Problematisch sind vor allem die steigenden Nebenkosten

Es fehlt bezahlbarer Wohnraum im Kreis

Werra-Meißner. Steigende Energiepreise und fehlende Sozialwohnungen werden für die Menschen mit schmalem Geldbeutel im Werra-Meißner-Kreis mehr und mehr zu einem Problem. Dies geht aus einer Studie des Pestel-Institutes Hannover hervor.

Die Wissenschaftler haben die sozialen Kriterien des Wohnungsmarktes untersucht und kamen zu dem Ergebnis, dass im Werra-Meißner-Kreis etwa 8030 Haushalte einen Anspruch auf eine Sozialwohnung haben. Zu diesen Haushalten mit niedrigem Einkommen gehören Hartz-IV-Empfänger, Wohngeldbezieher sowie Erwerbsunfähige und Senioren, die auf staatliche Grundsicherung angewiesen sind. Derzeit leben laut Pestel 1010 Menschen im Landkreis von Hartz IV, die in den kommenden zehn Jahren das Rentenalter erreichen und damit das Problem der Altersarmut noch verschärfen. Neben günstigem Wohnraum fehlt es für diese Gruppe oft an altersgerecht sanierten Wohnungen.

In Eschwege beispielsweise wurde bereits reagiert: So hat kürzlich der Investor Deutsches Finanzkontor sechs Hochhäuser auf dem Heuberg saniert und bietet dort neben günstigen Mieten auch einige barrierefreie Wohnungen an. Dennoch fehle es im gesamten Landkreis weiterhin vor allem an altersgerechten Wohnungen und Wohnraum für Singles, sagt Jörg Klinge, Pressesprecher der Kreisverwaltung. Seiner Meinung nach sei das Problem der fehlenden Sozialwohnungen im Kreis nicht so dramatisch, da die Mieten noch vergleichsweise günstig seien. Dem stimmt auch Matthias Günther vom Pestel-Institut zu: „Das Problem der Haushalte mit geringem Budget im Werra-Meißner-Kreis ist in erster Linie nicht die Kaltmiete, sondern vor allem die steigenden Nebenkosten, dabei vor allem die Heizkosten.“ Es gebe immer noch viele Mietshäuser mit Energielöchern, wie fehlender Isolierung und veralteten Heizungsanlagen.

Von Diana Rissmann

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