SPD-Fraktionschef nach Brills Verzicht bereit zu Kandidatur

Alexander Feiertag (SPD) will 2015 Bürgermeister werden

Eschwege. Reiner Brill hat gestern seinen Verzicht auf eine Kandidatur bei der nächsten Bürgermeisterwahl in Eschwege erklärt. Wunschkandidat der Sozialdemokraten ist jetzt Alexander Feiertag, der auch bereit ist, für die Genossen ins Rennen zu gehen. „Wenn der Ortsverein mich wählt, werde ich antreten“, sagte Feiertag gestern.

Gewählt wird zwar erst in zweieinhalb Jahren, mit einer Kandidatur Brills war allerdings spätestens seit dessen Wahl zum Ersten Stadtrat vor zwei Jahren spekuliert worden. Und die Genossen sind längst auf der Suche nach einem geeigneten Kandidaten, der gegen Amtsinhaber Alexander Heppe (CDU) antreten und gewinnen kann. Der scheint jetzt gefunden zu sein. Die Eschweger SPD will Alexander Feiertag als Bürgermeisterkandidaten, wobei der 48-Jährige allerdings innerhalb der eigenen Partei nicht unumstritten ist.

Feiertag ist Vorsitzender des SPD-Ortsvereins und führt die sozialdemokratische Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung. Im Hauptberuf ist er Geschäftsführer des Arbeitskreises Open Flair. Feiertag: „Ich bin von vielen darauf angesprochen worden und schließlich auch deswegen in die Politik gegangen, um in verantwortlicher Position etwas zu bewegen.“

Allerdings, so Feiertag weiter, stehe die Kandidaten-Entscheidung jetzt noch nicht an. „Und ich habe noch keine Legitimation, als Kandidat der SPD aufzutreten.“ Reiner Brill, in der Eschweger SPD stellvertretender Vorsitzender des Ortsvereins, unterstützt die Ambitionen Feiertags: „Als Ortsvereins- und Fraktionsvorsitzender ist er eine Persönlichkeit, die diese Ansprüche zu Recht anmeldet.“ Brill wollte aber auch nicht ausschließen, dass es weitere Bewerber innerhalb der SPD gibt: „Wir haben verschiedene respektable Persönlichkeiten in unseren Reihen, die wir ins Rennen schicken könnten.“ In jedem Fall werde die SPD einen starken Kandidaten nominieren.

Seinen Verzicht auf die eigene Kandidatur begründete Brill unter anderem mit seiner jetzigen Tätigkeit. Der Job als Kämmerer und Sozialdezernent mache ihm viel Spaß, das sei eine Aufgabe, die gestaltet werden wolle. „Und ich werde Entscheidungen zu treffen haben, die wehtun werden, dafür muss ich den Rücken frei haben“, so Brill. Bei einer Bürgermeisterkandidatur im Rahmen einer Direktwahl sieht er diese Unabhängigkeit nicht, fürchtet, Zugeständnisse machen zu müssen, die nicht sachgerecht wären. Brill: „Ich möchte keine Klientelpolitik machen müssen.“

Die aktuelle Amtsperiode des Eschweger Bürgermeisters endet am 30. November 2015. Die Direktwahl findet voraussichtlich im Sommer 2015 statt.

Von Harald Sagawe

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