Viel Anerkennung zum Abschluss

Festgottesdienst zum Abschied von Pfarrer Mario Kawollek 

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Verabschiedungsgottesdienst in St. Elisabeth: Pfarrer Mario Kawollek (Zweiter von links) im Kreise der Kollegen Christoph Steiner, Stefan Schäfer und Joachim Hartel. 

Eschwege. Er hat Mut zur Offenheit, und das findet große Anerkennung. Nicht umsonst war die Kirche St. Elisabeth in Eschwege zur Verabschiedung von Pfarrer Mario Kawollek komplett gefüllt.

Nicht nur seine Gemeinde verabschiedete ihn, sondern auch die Vertreter von Politik und Gesellschaft.

Das bewegt den Dechant, der den Pastoralverbund St. Gabriel Werra-Meißner geprägt hat. Vor 18 Jahren kam der katholische Pfarrer nach Eschwege, ist hier heimisch geworden und hat viele Freundschaften geschlossen. Im Kollegenkreis, auch in der Ökumene, erhielt er viel Ansehen. Doch irgendwann in den vergangenen Jahren begannen die zunehmenden Aufgaben in Seelsorge und Verwaltung immer mehr Druck auf seine Seele auszuüben.

Es war ein schleichender Prozess, den er selbst nicht realisiert hat. Erst als gute Freunde ihn auf seinen Alkoholkonsum aufmerksam machten, merkte er, dass etwas nicht stimmte, und hat die Notbremse gezogen. Nach einer Therapie ist er nun trocken, doch gibt er sein Amt für eine weniger stressige Pfarrstelle in Kassel auf. Für sich und seine Psyche hat er die richtige Entscheidung getroffen. Seine Gemeindemitglieder werden ihn vermissen. Warum das so ist, erfährt man schon allein, wenn man seiner Predigt zuhört. 

Mario Kawollek blickt unter die Oberfläche, denkt tiefgründig und kann mit Offenheit und Emotionalität die Menschen ansprechen und die Botschaft überbringen. Wie das Vorbild aus der Bibel will er sich gerne Zeit für jeden Einzelnen nehmen, sagt er, möchte den einzelnen Menschen aus der Masse herausheben, indem er sich ihm widmet, durch Zuhören und für den anderen da sein. Doch das kostet Zeit, und Zeit ist knapp.

Mit dem Mut, seine Alkoholkrankheit öffentlich zu machen, kann er ein Vorbild für andere sein. Denn Probleme können nur gelöst werden, wenn sie an- und ausgesprochen werden. Mario Kawollek bedankt sich auch für die Hilfe, die er im Gegenzug für seine langjährige Arbeit nun von seiner Gemeinde und seinen Freunden erhielt.

Eine wichtige Quelle der Kraft sei es für ihn, einmal am Tag die Eucharistie feiern zu dürfen. Auch die Ökumene mit den evangelischen Kollegen im Kreis lag ihm immer sehr am Herzen. „Ich wünsche mir, immer wieder die Hände des auferstandenen Christus ergreifen zu dürfen“, sagt er. „Denn durch ihn sind wir alle miteinander verbunden.“

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