Heiteres und Ernstes auf der Bühne

Eschweger Theater-Festival: Von Märchen bis Mord

„Sieben Zwerge geben acht“ von der Eschweger Waldorfschule (oben) und die “Brennnesselgeister“ der Theatergruppe der Struthschule. Fotos: S. Perels 

Eschwege. Mit einer bewegenden Szenenfolge zur ihrer Sicht auf Deutschland eröffneten am Dienstag 20 Jugendliche aus elf Nationen in der Anne-Frank-Schule (AFS) Eschweges erstes Schul-Theaterfestival. Die Sprachförderklasse der AFS, der Schüler beinahe aus aller Welt im Alter zwischen 13 und 17 Jahren angehören, gab damit den Auftakt zu dem dreitägigen Festival, an dem sich acht Schulen aus Eschwege, Rotenburg, Waldkappel, Bad Sooden-Allendorf und Bebra beteiligten.

„Wenn man in Eschwege etwas haben, will, muss man es selbst machen“, sagte Sebastian Perels vom Jungen Theater Eschwege, der das Projekt in Kooperation mit dem Schulamt in Bebra initiiert hat. „Mit der Idee des Festivals wollten wir die Kräfte des Jungen Theaters in die Schulen bringen.“

Dass der Auftritt der internationalen Klasse als Festivalopener auch symbolischen Charakter hat, betonte AFS-Schulleiter Edgar Ingrisch: „Nirgendwo lernt man so spielerisch, wie beim Theaterspielen“, sagte er. Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe erhob Eschwege zur Begrüßung in den Stand einer Theaterstadt und gab den jungen Akteuren auf den Weg: „Wenn beim Theaterspielen bei Euch der Funke überspringt und ihr Spaß auf der Bühne habt, habt ihr viel fürs Leben gelernt.“

Zur Intension des Festivals gehörte auch, dass sich Theatergruppen an Schulen gründeten, so wie die Gruppe der Eschweger Struthschule, die sich mit ihrem Stück „Brennnesselfieber“ mit Streit und Versöhnung auseinandersetze. Ebenso die Theatergruppe der Freien Waldorfschule, die mit viel Witz und Esprit „Sieben Zwerge geben acht“ aufführten.

Zu den alten Hasen im Bühnengeschäft gehörte die Theatergruppe der Karl-Heinz-Böhm-Schule aus Waldkappel. In „Tonnenfieber“ rebellieren Kinder gegen Eltern, indem sie fortan nur noch in Mülltonnen leben. Die Gruppe der Rhenanus-Schule aus BSA improvisierte gemeinsam mit dem Publikum, dabei ging’s um Mord.

Viele Schulklassen, aber auch einzelne Schüler und Gäste waren gekommen, den Theaternachwuchs zu sehen. Vor allem aber der Austausch zwischen den Gruppen spielte bei dem Festival eine Rolle. „Im Anschluss an die Aufführungen gab es immer Zeit für Gespräche“, so Perels.

Heute endet das Festival. Um 8 Uhr wird „Ronja Räubertochter“ der Theater AG der AFS zu sehen sein, gefolgt von „König und König“ der Brüder-Grimm-Schule Bebra (9.40 Uhr). Den Abschluss gibt die Jacob-Grimm-Schule aus Rotenburg um 11.30 Uhr mit einer eigenen Fassung von Sophokles „Antigone“.

Von Stefanie Salzmann

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