Die Feuerwehren im Werra-Meißner-Kreis brauchen neue Einsatzkräfte

Werra-Meißner. Mit einer groß angelegten Werbekampagne wollen der Werra-Meißner-Kreis und der Kreisfeuerwehrverband (KFV) mehr Menschen zum aktiven Dienst bei der Feuerwehr motivieren. Der Grund: Die Zahl der Einsatzkräfte ist bereits um 15 Prozent gesunken, da viele Brandschützer die Altersgrenze von maximal 65 Jahren erreichen und Nachwuchs fehlt.

Umgesetzt wird die Aktion von der „Feuerwehragentur“ (Gießen). Sie setzt nicht auf ein heldenhaftes Bild der Feuerwehrleute, erläutert Werbefachmann Martin Lutz. Man wolle zeigen: „Jeder kann sich bei der Feuerwehr einbringen.“ Mit Plakaten, Postkarten und Flyern wird ab September geworben, die Wehren sollen Mitmach-Aktionen anbieten.

Lutz will die Kampagne auf drei Zielgruppen maßschneidern: junge Einsteiger (um 20 Jahre alt), Quereinsteiger (um 35 Jahre alt) und Wiedereinsteiger, die anderswo ausgebildet wurden und sich den Wehren an ihrem neuen Wohnort anschließen sollen. „Das wäre kein Problem. Es gibt nur kleine Unterschiede in der Ausbildung zwischen den einzelnen Bundesländern“, sagt KFV-Vorsitzender Hans-Heinz Staude.

Für alle Einsteiger soll es neben der regulären Ausbildung zwischen März und Mai 2018 ein Pilotprojekt geben, sagt Staude: Es ermöglicht Einsteigern, die Grundausbildung (Truppmann I und II) kompakt innerhalb von drei Monaten zu absolvieren. Bislang zogen sich die Lehrgänge am Wochenende über zwei Jahre.

Dass die Feuerwehr den alten Appellen an die Vernunft neue Wege entgegensetzt, hält Lutz für wichtig: „Man muss es so hart sagen: Die Feuerwehr muss sich als Freizeitangebot an den Markt bringen.“ Um die knappe Freizeit jüngerer Erwachsener konkurrierten die Wehren schließlich mit Sportvereinen, Kino und Co. Daher sei eine andere Ansprache wichtig. Ziel ist es, so Staude, 100 neue Einsatzkräfte für den Landkreis zu gewinnen.

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