Musical-Nacht in der Stadthalle: Feuerwerk zündete nicht

Begeisterten mit ihren Stimmen: Acht Sänger aus England und Australien gestalteten eine Musical-Nacht in der Stadthalle. Foto: Weber

Eschwege. Eigentlich ist es clever, wenn man eine Show mit einer nur mäßigen Nummer beginnt, denn dann bleibt noch Luft nach oben, um sich zu steigern. Dumm nur, wenn die Steigerung im Großen und Ganzen über weite Strecken ausbleibt.

Acht junge Sänger und Sängerinnen aus England und Australien waren in der Stadthalle in Eschwege angetreten, um ein Musical-Feuerwerk abzubrennen. Mitgebracht hatten sie eine bunte Video-Leinwand, mäßig hübsche Kostüme und die Hits aus der Welt des Musicals der letzten Jahrzehnte.

Musical-Nacht in der Stadthalle Eschwege

Es hätte eine zündende Show sein können. Doch kamen die Flammen in der ausverkauften Stadthalle nur langsam in Gang. Was zu Beginn vor allem beeindruckte, waren die Waschbärbäuche der Darsteller. Im König der Löwen, dank wenig Textil, kamen sie recht gut zur Geltung. Dann konnte Richard Mark Jones aber doch noch mit seinem hervorragenden Musical-Bariton beeindrucken. Mit „This is the Moment“ aus Jeckyll & Hyde setzte er einen der Höhepunkte der ersten Programmhälfte - im Grunde der ganzen Show.

Einfach nur stehen, toll singen, wirken lassen. Auch bei „Don‘t Cry for me Argentina“ aus Evita ging dieses Konzept mit Kathrine Glover auf. Die acht Darsteller ließen durch die Bank weg sehr gut ausgebildete Musicalstimmen hören, die mit einer besseren Tonanlage ein echter Genuss hätten sein können.

In den Up-Tempo-Nummern zeigten sich dann wieder die Schwächen der Show, wenn man den acht Sängern dabei zusehen musste, wie sie sich unbeholfen durch Tanzchoreografien mühten. Hier hätten vier Sänger und vier Tänzer vielleicht ein besseres Bild gezeigt - etwa in den lahm dahinplätschernden Rock-Titeln aus dem Queen-Musical. Auch die Entscheidung der Regie vier Elisabeths statt einer und vier Jean Valjeans (aus Les Miserable) singen zu lassen war schwer nachzuvollziehen, denn sie nahm den an sich starken Solo-Titeln jede Wirkung.

Erst mit den Ohrwürmern aus dem Phantom der Oper, der Rocky Horror Show und Les Miz holte das Ensemble das Publikum dann noch einmal ab, sodass beim finalen Dirty Dancing der Funke übergesprungen war und die jungen Sänger, die ihre Bestes gegeben hatten, kräftigen Applaus bekamen.

Von Kristin Weber

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