Ernährungsform wirkt sich bei Metzgern vor Ort kaum aus

Fleischereien trotzen dem Vegetarier-Trend

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vegetables and fruits on table

Werra-Meißner. Für rund 89 Prozent der Hessen gehört Fleisch zur Ernährung dazu. Das zeigt eine Studie der Techniker-Krankenkasse aus diesem Jahr. Auswirkungen auf die Fleischereien im Werra-Meißner-Kreis hat der Vegetariertrend aber nur bedingt, wie eine Umfrage ergeben hat.

„Wir merken schon, dass sich einige Menschen vegetarisch ernähren. Das wirkt sich auf die Umsätze aus. Vor allem beim Partyservice ist das erkennbar“, sagt Markus Dreßler, der als Obermeister der Fleischerei-Innung engen Kontakt zu Betrieben im ganzen Landkreis hat. Die Innung tut derzeit viel, um die Menschen für das Fleischer-Handwerk zu begeistern – wie Ende März mit der Aktion „Abendbrot“, einem Dankeschön an die guten Seelen der Vereine.

Gabriele Bartels von der Fleischerei Bartels (Witzenhausen und Neu-Eichenberg) dagegen verzeichnet keine Umsatzeinbußen. Ihrer Erfahrung nach seien es vor allem junge Menschen, die komplett auf Fleisch verzichten. Das zeigt auch die Studie der Techniker-Krankenkasse: „Die größten Fleischesser sind die 40- bis 59-Jährigen. In dieser Altersgruppe liegt der Anteil bei fast 90 Prozent“, heißt es. Bei den 18- bis 39-Jährigen liege der Anteil bei 83 Prozent und in der Generation 60 plus bei 79 Prozent.

Doch ein weiterer Trend zeigt sich auch in Witzenhausen: Biofleisch. Im Naturkostladen Schachtelhalm wird das Fleisch immer häufiger gekauft. „Für einen bestimmten Anlass wird das Fleisch mehr nachgefragt“, berichtet Mitarbeiterin Ute Güth. Das bestätigt auch Hans-Jürgen Müller vom Bioland-Hof Gut Fahrenbach bei Dohrenbach: „Viele Kunden sagen uns, dass sie weniger Fleisch als früher essen, aber dafür mehr auf die Qualität achten.“ Eine artgerechte Tierhaltung und kurze Transporte seien inzwischen wichtig für die Verbraucher.

Einig sind sich die Experten auch darin, dass der Verkauf von möglichst viel und billigem Fleisch ein Ende finden muss.

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