Obsternte

Flüchtlinge pflücken Äpfel für Eschweger Einrichtungen

Obst für Eschweger Einrichtungen: Viel Spaß haben die Flüchtlinge bei der gemeinsamen Aktion. Insgesamt 38 Kisten Äpfel haben die Männer am Freitagnachmittag geerntet. Foto: Kaiser

Eschwege. Die Idee kam ihm, als er gerade selbst ein paar Äpfel pflücken wollte. Dieter Harmuth setzte sich gleich mit der Stadt Eschwege und Tanja Wild von der Flüchtlingsbetreuung der Arbeiterwohlfahrt in Verbindung. Heraus kam ein Nachmittag, an dem Eschweger Asylbewerber von der Stadt zur Verfügung gestellte Apfelbäume abernteten.

Insgesamt achtunddreißig Kisten Äpfel wurden gepflückt und an Eschweger Kindergärten, die Tafel, den Stadtteilladen, die Familienbildungsstätte und Altenwohnheime gespendet. Davon können jetzt viele Apfelkuchen gebacken und Apfelbrei hergestellt werden.

„Wir müssen alle an einem Strang ziehen“, erklärt Dieter Harmuth seine Motivation. Es ginge darum, sich gegenseitig zu helfen und gemeinsam etwas zu bewegen. Außerdem sei es schön, anderen eine Freude zu bereiten. Derselben Meinung sind auch die freiwilligen Pflücker. „Wir wollen anderen helfen und uns einbringen“, erzählt Ablel. „Das hier ist auch gut für uns“, fügt Ali an. Die beiden sind schon seit einigen Monaten in der Kreisstadt und lernten durch die Aktion eine neue Seite der Stadt kennen. Auch die Arbeit an der frischen Luft und in der Natur hat den fleißigen Erntehelfern gut gefallen. Glück mit dem Wetter hatten sie definitiv, denn sie konnten die sonnigen Stunden am Freitagnachmittag für ihre Arbeit nutzen. Ohne Furcht kletterten sie in die Bäume und hatten sichtlich ihren Spaß an der gemeinsamen Arbeit.

Auch über die super Zusammenarbeit mit allen Unterstützern freute sich Initiator Dieter Harmuth. Die Bäckerei Wolf sorgte für die Verpflegung, die Bundespolizei unterstützte die Aktion logistisch. Einige Eschweger Bürger stellten ihre Leitern und Apfelpflücker zur Verfügung. Alle sagten sofort Hilfe zu, nur so war die Aktion spontan umsetzbar.

Harmuth ist begeistert von dem erfolgreichen Nachmittag: „Ich habe Feuer gefangen“, gibt er zu. Bereits in dieser Woche soll es weitergehen, schließlich hängen die Bäume noch immer voll, und einige Einrichtungen haben noch keine Äpfel bekommen. Auch alle beteiligten Asylbewerber haben gleich zugesagt.

Von Selina Kaiser

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare