Flüchtlingshilfe beherrscht den Neujahrsempfang des Kirchenkreises

Sie waren die Stars des Abends: Die Gruppe Vielsaitig aus Herleshausen, die sich aus Menschen aus Syrien, Afghanistan und Deutschland zusammensetzt. Fotos: Stück

Eschwege. Der Neujahrsempfang des Kirchenkreises Eschwege stand komplett im Zeichen der Flüchtlingshilfe. Sowohl der Gastvortrag als auch die musikalische Begleitung des Abends drehten sich um die „große Herausforderung der Gesellschaft".

DIE GÄSTE 

Eingeladen waren Menschen aus Politik, Gesellschaft, Kirchen, Schulen und Vereinen, hauptsächlich aus dem Kirchenkreis Eschwege. Fast 200 Menschen kamen in die Marktkirche. Dekan Dr. Martin Arnold, der zusammen mit Präses Ludger Arnold eingeladen hatte, begrüßte besonders die Ehrenamtlichen, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren. „Es haben sich tolle Initiativen gebildet“, sagt Arnold.

DER GASTREDENER 

Eingeladen hatte der Kirchenkreis Dr. Jens Schneider von der Universität Osnabrück. Schneider ist von Haus aus Ethnologe und forscht zum Thema Migration. „Die Entwicklung Deutschlands zu einem Einwanderungsland ist unumkehrbar“, sagte Schneider. Er riet am Mittwochabend, von anderen Einwanderungsländern zu lernen. „Superdiverse Gesellschaften“ könnten gut funktionierten. Allerdings brauche man dazu einen langen Atem und eine ruhige Hand. Von zentraler Bedeutung sei es, den Zuwanderern Zugang zu guter Bildung zu eröffnen. „Auch ein deutscher Pass sorgt für die Identifikation mit dem neuen Land.“ Man müsse von althergebrachten Vorstellungen abkommen. Integration betreffe aber jeden. Damit sie besser funktioniere, müssten alle mitmachen.

DIE BOTSCHAFT

„Wir sind in der Flüchtlingshilfe besser aufgestellt, als Hysteriker uns Glauben machen wollen“, sagt der Präses der Kreissynode, Ludger Arnold. Alle seien von der Integrationsaufgabe gefordert. „Wichtig ist, die Aufgaben sachlich und nüchtern zu analysieren. Die Gruppe Vielsaitig des Herleshäuser Pfarrers Martin von Frommanshausen spielte das Gesangbuchlied „Damit aus Fremden Freunde werden“.

Neujahrsempfang des Kirchenkreises

DIE HEIMLICHEN STARS

Die Musikgruppe Vielsaitig, die mit mehreren Lieder den Abend musikalisch gestaltete, waren die heimlichen Stars des Abend. Pfarrer Martin von Frommanshausen stellte auf symphatische Art und Weise die Musiker aus Deutschland, Syrien und Afghanistan vor. Vielsaitig hat sich aus der Gitarrengruppe der Kirchengemeinde Herleshausen und Flüchtlingen aus Herleshausen und der Gemeinde Ringgau zusammengesetzt.

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