Flugzeugabsturz im August: Ursache steht noch nicht fest

Total zerstört: Die einmotorige Maschine vom Typ Grumman American Aviation war nach dem Aufprall ein Trümmerhaufen. Eine Frau starb, der Pilot, ein Mann und ein dreijähriger Junge wurden damals schwer verletzt aus dem Wrack gerettet. Archivfoto: Spanel

Eschwege. Zur Absturzursache der einmotorigen Propellermaschine auf dem Flugplatz Stauffenbühl gibt es auch genau acht Monate nach dem Unfall keine bestätigte Ursache.

Laut Germout Freitag, Sprecher der Flugunfalluntersuchung in Braunschweig, wird mit dem endgültigen Ergebnis im August gerechnet. Bisher gibt es einen Zwischenbericht, der die genaue Unfallursache aber nicht benennt.

Der Unfall am 20. August

Das Flugzeug, eine Grumman American Aviation/AA-5b Tiger war am 20. August um 15.49 Uhr mit Pilot und drei Insassen zu einem Rundflug über Eschwege und Umgebung gestartet. 14 Minuten später kehrte es zum Flugplatz zurück. Der Landevorgang wurde von Zeugen zunächst als normal beschrieben. Das Flugzeug setzte auf und hob nach kurzer Rollstrecke wieder ab. „Es wurde ein Fehlanflugverfahren durchgeführt“, heißt es in dem Bericht. Zeugen beschrieben Fluggeschwindigkeit und Höhengewinn als gering. 

Das Flugzeug flog auf eine leichte Erhebung zu und ging vor dem Hindernis in eine steile Linkskurve. Die Maschine verlor weiter an Höhe und berührte mit der rechten Tragfläche einen Baum. „Es drehte sich etwa 130 Grad um die Hochachse und prallte auf den Boden auf. Drei Insassen wurde schwer verletzt, eine Frau erlag Stunden später ihren Verletzungen.

Der Pilot der Unglücksmaschine

Der 55-jährige Pilot war seit April 2014 in Besitz einer Pilotenlizenz, die er bei der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA für einmotorige Landflugzeuge abgelegt hatte. Zwei Jahre später wurde der Schein für die EU umgeschrieben. 471 Starts hatte der Mann absolviert und dabei 261 Flugstunden zurückgelegt. 195 Stunden davon war er verantwortlich.

Die Unglücksmaschine hatte er am 27. Mai kennengelernt. Seitdem war er 48-mal mal mit ihr abgehoben. Zwölfmal landete er auf dem Eschweger Flugplatz. Sein Medizinisches Tauglichkeitszeugnis ist noch bis zum 8. Mai gültig.

Das Flugzeug

Die Grumman American Aviation AA-5B ist ein einmotoriger, viersitziger Tiefdecker in Ganzmetallbauweise mit Kreuzleitwerk und festem Dreibeinfahrwerk in Bugfahrwerk- auslegung. Sie stammt aus dem Jahr 1977 und hatte eine Gesamtbetriebszeit von rund 3380 Stunden. Die letzte Bescheinigung über die Prüfung der Lufttüchtigkeit wurde am 18. September 2016 ausgestellt und war bis zum 29. Oktober 2017 gültig. Bei der bisherigen Untersuchung des Wracks durch die Experten wurden keine Hinweise auf eine eingeschränkte Steuerbarkeit des Luftfahrzeugs gefunden.

Das Wetter am Unfalltag

Am Segelfluggelände Stauffenbühl in Eschwege herrschte laut Zeugenaussagen Wind mit 13 Knoten bei einer Temperatur von 20 Grad und leichtem Regen. Der Regen hatte erst nach dem Start eingesetzt.

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