Flugzeugabsturz: Ursache weiterhin nicht genau geklärt

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Bis zum Beginn des hinteren Sitzes wurde das Cockpit des Segelflugzeugs zerstört.

Eschwege. Nach dem Absturz eines Segelfliegers auf dem Eschweger Flugplatz Stauffenbühl Ende September, steht die genaue Unfallursache weiterhin noch nicht fest. Der 85-jährige Pilot ist auf dem Weg der Besserung.

In einem Zwischenbericht hat die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) festgestellt, dass das Schleppseil eines anderen Flugzeugs eine Tragfläche des Segelfliegers getroffen hat. Die genaue Rekonstruktion des Vorfalls wird in den kommenden Wochen zusammengestellt.

Der 85-Jährige Pilot war am 28. September zusammen mit einem Fluggast im Landeanflug aus einer Höhe von rund 50 Metern abgestürzt. In einem Gebüsch am Rand der Landebahn kam das Segelflugzeug zum Liegen. Der Rumpf des Flugzeugs war am Cockpit bis zum Beginn des hinteren Sitzes weitestgehend zerstört, heißt es im Bericht der (BFU). Der Gast wurde leicht verletzt nach Eschwege ins Krankenhaus gebracht, Pilot Heinz Wagner kam mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik nach Kassel.

Nach fünf Wochen im künstlichen Koma ist sein Gesundheitszustand heute stabil. Wagner, dem nach dem Unfall der rechte Unterschenkel amputiert werden musste, wartet jetzt darauf, dass die Rehabehandlung in Bad Sooden-Allendorf beginnt. „An den Unfall kann er sich nicht erinnern“, sagt Andreas Wagner, Sohn und Vorsitzender des Eschweger Luftsportvereins (ELV). Heinz Wagner ist seit 70 Jahren Pilot und war seit 1959 im Besitz einer Lizenz für Segelflugzeugführer. 8736 Starts flog er in den vergangenen 54 Jahren. Allein in den 90 Tagen vor dem Unfall war er 36-mal abgehoben. Sein fliegerärztliches Tauglichkeitszeugnis war bis zum 17. Oktober gültig. Zweimal im Jahr wurde er getestet. Andreas Wagner, berichtet, dass sein Vater keinem der Beteiligten ein Vorwurf machen würde.

Im Bericht der BFU steht, dass zum Unfallzeitpunkt am Segelflugplatz ohne Flugleiter geflogen wurde. Von Seiten der Bundesstelle heißt es: Tragfläche und Schleppseil hätten sich nie so nahe kommen dürfen.“ Die genaue Analyse wird Anfang nächsten Jahres veröffentlicht. (ts)

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