Experimente wagen: Forschung zur Zukunft von Kleinstädten im Wandel vorgestellt

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Forscher und Praktiker des Projektes LebenWert: (von links) Michael Heußner, Dr. Martin Zimmermann, Alexander Heppe, Dr. Jutta Deffner und Dr. Stefanie Bock.

Was benötigen Kommunen für eine vorausschauende Gestaltung von Wohnraum, Umfeld und technischer Infrastruktur? Damit beschäftigt sich derzeit ein Forschungsprojekt in Eschwege.

Mit diesen Fragen hat sich die Stadt Eschwege im Rahmen des Forschungsprojekts Lebenswert zusammen mit Wissenschaftlern unter der Leitung des Instituts für sozial-ökologische Forschung beschäftigt und ein regionales Managementkonzept für eine nachhaltige Ortsentwicklung erarbeitet. Jetzt wurden die Ergebnisse präsentiert.

Als Projektziel wurde der Erhalt der Lebensqualität der Bewohner im Werra-Meißner-Kreis durch neue Formen von Kooperationen und die Erarbeitung eines regionalen Entwicklungsmanagements festgelegt.

Unter anderem wurden die Punkte Wasser, Wohnen und Nahraum als Herausforderungen erarbeitet: „Die Zukunftsfähigkeit von Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung, das Wohnungsangebot für altersgerechtes Wohnen sowie energetische Sanierung und die Nahversorgung sowie generationsgerechte Nahmobilität und Aufenthaltsqualität waren dabei wichtige Punkte“, so Dr. Martin Zimmermann vom Institut für sozial-ökologische Forschung.

Leitfaden wird im Juni veröffentlicht

Entstanden ist ein Umsetzungskonzept für die Gemeinden und Städte im Werra-Meißner-Kreis, ab Juli soll es einen Leitfaden sowie praxisbezogene Veröffentlichungen geben. Im Handlungsfeld Wasser soll es zum Beispiel eine gegenseitige Unterstützung der Kommunen mit materiellen und personellen Leistungen geben.

Anschließend stellte Dr. Stefanie Bock vom Institut für Urbanistik in einem Vortrag interkommunale Zusammenarbeit im Landkreis Rendsburg mit zwei Städten und elf Umlandgemeinden vor. „Man muss den demografischen Wandel als Chance begreifen und Eigeninitiativen entwickeln“, so Dr. Stefanie Bock. „Wenn sich die Region nicht selbst hilft, dann macht es auch kein anderer. Man muss Experimente wagen“.

„Das wichtigste, was ich aus diesem Projekt mitgenommen habe, ist, dass wir uns aus dem kommunalen Alltag lösen und nicht nur von Haushaltsjahr zu Haushaltsjahr denken müssen. Wir brauchen Zeit, um uns selbst bewusst zu werden“, so Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe in der Podiumsdiskussion.

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