Bon immer aufbewahren

Fragen und Antworten zum Umtausch von Weihnachtsgeschenken 

Werra-Meissner. Alle Jahre wieder kommt nach dem Weihnachtsfest auch das große Umtauschen. Bevor der Ansturm in den Geschäften beginnt, beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um den Geschenketausch.

Besteht generell ein Recht auf Umtausch?

 „Ein grundsätzliches Recht auf Umtausch gibt es nicht“, sagt der Eschweger Rechtsanwalt Dr. Kevin Faber. Ob Geschäfte Waren zurücknehmen, hängt vor allem von ihrer eigenen Bereitschaft ab. Im Einzelfall gilt also, der Händler legt die Fristen und Bedingungen für ein Rückgaberecht fest. Die Festlegung von Fristen ist dabei ebenso dem Händler überlassen, wie die Art der Rückerstattung.

Bekomme ich grundsätzlich mein Geld zurück?

Nein. Möchte ein Verkäufer bei einem Umtausch nur Gutscheine in der Höhe des Warenwertes ausstellen, müssen Kunden dies akzeptieren – einen Anspruch auf die Auszahlung von Bargeld haben sie nicht. Kunden sollten sich also bereits vor einem Kauf über ihre Rückgaberechte informieren. Das gilt für reguläre Käufe ebenso wie für Weihnachtsgeschenke. „Wegen der Fristen kann auch ein Hinweis auf dem Kassenbon reichen, dass es sich um ein Weihnachtsgeschenk handelt und man erst danach weiß, ob ein Umtausch notwendig ist,“ erläutert Faber.

Muss der Kaufbeleg beim Umtausch immer vorgelegt werden?

Grundsätzlich ist der Kaufbeleg nicht erforderlich, da der Kaufvertrag auch ohne den Kaufbeleg wirksam abgeschlossen worden ist. Der Umtauschende muss jedoch den Nachweis führen, dass er berechtigt ist, hier die Ware umzutauschen, und dies wird wohl kaum ohne den Beleg gelingen, sodass in der Regel die allermeisten Geschäfte den Beleg fordern.

„Wer also ein Geschenk umtauschen möchte, kommt vermutlich nicht darum herum, den Schenkenden darum zu bitten, den Kaufbeleg auszuhändigen“, sagt Faber. Ist man als die schenkende Partie nicht sicher, wie das ausgewählte Geschenk ankommt, empfiehlt es sich eventuell, den Beleg gleich beizulegen oder zumindest gut aufzubewahren.

Welche Rückgaberechte gelten für Waren, die im Internet oder dem Versandhandel bestellt wurden?

Im Kaufhaus ist der Käufer auf die Bereitschaft der Händler angewiesen. Im Internet gilt das nicht. Hier ist der Widerruf gesetzlich garantiert – mit einer zeitlichen Einschränkung. „Online-Versandhändler müssen Käufern ein Widerrufsrecht einräumen“, erklärt Rechtsanwalt Faber. Die gesetzliche Frist für die Widerrufserklärung und die Rückgabe der Ware beträgt 30 Tage. Gemeint sind hier immer Kalender- und keine Werktage.

Ist der Umtausch von Geschenkgutscheinen gegen Bargeld möglich?

Geschenkgutscheine gehören mittlerweile zu den beliebtesten Geschenken unter deutschen Weihnachtsbäumen. Umtauschen lassen sie sich allerdings kaum. Einen gesetzlichen Anspruch auf einen Rücktausch gegen Bargeld gibt es nicht. Auch gewähren die meisten Händler diesen auch nicht aus Kulanz. Anders verhält es sich allerdings, wenn der Gutschein sich auf ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleistung bezieht und gerade dieses nicht mehr erhältlich ist.

Wann verlieren Geschenkgutscheine ihre Gültigkeit?

Grundsätzlich beträgt die Verjährungsfrist von Gutscheinen drei Jahre. Denn jeder allgemeine zivilrechtliche Anspruch ist nach drei Jahren verjährt. Diese Frist beginnt immer am Ende des Jahres, in dem der Gutschein vom herausgebenden Händler erstellt wurde. Wurde der Gutschein also im Januar 2017 gekauft, beginnt die Verjährungsfrist erst am 1.1.2018 und endet zum 31.12.2020. Rechtlich verbindlich ist die dreijährige Verjährungsfrist allerdings nicht. „Ein Gutschein kann eine kürzere Gültigkeitsfrist besitzen, wenn der Händler das deutlich festlegt und ausreichend begründen kann“, sagt Faber. Generell sind aber zu kurze Gültigkeitsfristen, etwa nur ein Jahr, rechtlich nicht haltbar, wie mehrere Gerichtsentscheidungen beweisen.

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