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Fragen und Antworten zu den Gefahren zugefrorener Seen

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Von: Harald Sagawe

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Nur angeleint: Die Männer und Frauen der DLRG-Gruppe Eschwege-Wanfried zeigen bei ihrer Eisrettungsübung, was zu tun ist, wenn ein Mensch durch das Eis eingebrochen ist. © Archivfoto: Harald Sagawe

Eschwege – Auf den Seen in der Region bildet sich bei anhaltenden Minustemperaturen eine Eisschicht. Wie dick die ist und ob sie einen Menschen trägt, lässt sich auf den ersten Blick nicht erkennen.

Axel Thormann von der Deutschen Lebenrettungsgesellschaft (DLRG) Eschwege-Wanfried warnt deswegen davor, zugefrorene Seen zu betreten, wenn die nicht ausdrücklich dafür freigegeben sind.

Wann ist das Eis auf einem See ausreichend dick und trägt einen Menschen?

„Das kann schon bei einer Stärke von zehn bis fünfzehn Zentimetern der Fall sein“, erklärt Axel Thormann. Um das festzustellen, muss allerdings eine Probebohrung erfolgen.

Wer gibt einen See zum Betreten frei?

Das sind nach Angaben Thormanns die Betreiber, in der Regel also die Kommune, auf deren Gebiet der See liegt.

Wo lauern die Gefahren?

Auch wenn die Eisschicht dick genug zum Betreten ist, kann es dort gefährlich werden, wo Zuläufe sind. Auch an Stellen, die heller oder dunkler als die übrige Fläche sind, ist äußerste Vorsicht geboten.

Was sollten Passanten tun, wenn ein Mensch durch Eis in einen See eingebrochen ist, und was sollten sie unbedingt sein lassen?

Thormann: „Keinesfalls dürfen Retter das Eis betreten, ohne angeleint zu sein.“ Die Gefahr, einzubrechen sei viel zu groß. Selbst eine Leiter zur Vergrößerung der Auflagefläche erhöht die Sicherheit nicht zwangsläufig. Wer wirklich helfen will, ruft die 112 an.

Wie verhält man sich richtig, wenn man selbst eingebrochen ist?

In erster Linie Ruhe bewahren, empfiehlt Axel Thormann. Die Selbstrettung funktioniert höchstens in den ersten 30 Sekunden im Wasser. Danach ist der Körper laut Thormann durch das kalte Wasser viel zu sehr geschwächt, um aus eigener Kraft ans Ufer zu kommen. Verunglückte sollten natürlich um Hilfe rufen, sich so wenig wie möglich bewegen und auf den Rücken legen. Wer durch das Eis eingebrochen ist, muss unbedingt wachbleiben.

Wann und wo kann die professionelle Eisrettung beobachtet werden?

Am kommenden Samstag am Werratalsee in Eschwege. Die DLRG-Ortsgruppen Eschwege-Wanfried und Witzenhausen demonstriert die professionelle Rettung und zeigt, wie gefährlich es sein kann, eine Eisfläche auf einem See zu betreten. Beginn ist um 10 Uhr.

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