21.000 Fahrgäste seit 2013

NVV wirbt jetzt verstärkt für das Projekt Mobilfalt

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Soll zum Mitmachen animieren: Auf den Infoplakaten des NVV werden Geschichten von Menschen erzählt, die dringend eine Mitfahrgelegenheit brauchen – wie die von Erna Schmidt. 

Werra-Meißner. Eine Ergänzung zum Bus- und Anruf-Sammel-Taxi-Verkehr, die insbesondere die Anbindung der Dörfer verbessern soll, wird seit 2013 in unserer Region erprobt: das Projekt Mobilfalt des Nordhessischen Verkehrsverbunds (NVV). Jetzt wird verstärkt um neue Fahrer geworben.

Im Werra-Meißner-Kreis wird das Mobilitätsprojekt in Herleshausen, Sontra, Witzenhausen und seit April 2016 auch in Großalmerode-Weißenbach angeboten. Zudem gehört die Herleshäuser Nachbargemeinde Nentershausen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg zur Pilotregion.

Jetzt wirbt der NVV verstärkt für ein Engagement als Fahrer im Projekt: Anfang April wurde eine Informationskampagne zu dem bundesweit einmaligen Pilotprojekt gestartet. Ziel der Kampagne „Warum nehmen Sie Frau Schmidt nicht mit – Engagieren Sie sich als Fahrer bei Mobilfalt“ sei es laut einer Pressemitteilung des NVV, noch mehr Fahrtanbieter, aber auch Fahrgäste für das ungewöhnliche Mobilitätsprojekt zu gewinnen. Derzeit sind rund 1400 Nutzer bei Mobilfalt registriert, davon 110 als Fahranbieter. Rund 21.000 Fahrgäste haben bisher das Mitfahr-Angebot genutzt. 

„Kernstück des Projektes ist die Mitfahrt bei Privatpersonen. Diese Mitfahrten erfordern privates, man könnte auch sagen, ehrenamtliches Engagement. Wir brauchen mehr Menschen, die dazu bereit sind; damit steht und fällt das Projekt“, sagt NVV-Geschäftsführer Wolfgang Rausch. In allen beteiligten Kommunen finden sich deshalb ab Anfang April Großflächenplakate. Zudem sollen Funkspots im Digitalradio sowie Anzeigen in der Tagespresse geschaltet werden. 

Die Informationsflyer, die das Projekt erklären und zum Mitmachen animieren sollen, werden an Tankstellen, im Handel sowie an Supermärkten in Sontra, Nentershausen, Herleshausen und Witzenhausen verteilt.  

Witzenhausen ist Spitzenreiter

Insgesamt 21.000 Fahrgäste gab es bislang im Projektzeitraum seit 2013, alleine im Jahr 2016 gab es 8.300 Fahrten: Spitzenreiter ist Witzenhausen mit 3850 Fahrten, dicht gefolgt von Sontra mit 3400 Fahrten, dann folgen noch Herleshausen, wo das Angebot bislang 800 mal genutzt wurde, und Großalmerode, wo das Angebot nur für den Stadtteil Weißenbach besteht, und es bisher 50 Fahrten gab. 

Das Projekt Mobilfalt des Nordhessischen Verkehrsverbundes wurde im Herbst vergangenen Jahres mit dem Deutschen Mobilitätspreis ausgezeichnet. Damit gehörte das Projekt zu insgesamt zehn Preisträgern, die die bundesweite Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und das Bundesverkehrsministerium für wegweisende „Best-Practice“-Projekte zum Schwerpunktthema Teilhabe prämierten.

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