Das Ende des Schornsteinfegermonopols kann für Hausbesitzer Mehrkosten bedeuten

Freie Preise statt Gebühren

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Schornsteinfeger Thore Nelges beim Kaminfegen in der Eschweger Innenstadt. Künftig sind die Preise für solche Leistungen auf dem Markt frei verhandelbar.

Eschwege. Mit dem Fall des Schornsteinfegermonopols zu Beginn diesen Jahres müssen Besitzer von Ein- und Mehrfamilienhäusern mit steigenden Preisen für die Dienstleistungen der Schornsteinfegerzunft rechnen.

Zwar werden Preise für die sogenannten hoheitlichen Aufgaben der Schornsteinfeger wie die Feuerstättenschau, deren bauliche Abnahme sowie das Führen des Kehrbuches weiterhin staatlich von Bund und Land reguliert, alle anderen Leistungen können die Schornsteinfeger nun frei kalkulieren. Aus Gebühren werden frei verhandelbare Preise.

Zu den preislich frei verhandelbaren Arbeiten gehören das Kehren der Kamine, die Abgasüberprüfungen und Messungen von Öl- und Gasheizungen sowie die anfallenden An- und Abfahrtskosten. Für die hoheitlichen Aufgaben bleiben allerdings die Bezirksschornsteinfeger zuständig. Alle anderen Arbeiten dürfen durch freie Schornsteinfeger erbracht werden.

Das Land Hessen hat für die hoheitlichen Aufgaben der Schornsteinfeger zum 1. Januar 2013 bereits eine Erhöhung der Preise um vier Prozent verfügt. Doch auch die Bezirksschornsteinfeger passen an. So wie Rüdiger Schröter, Bezirksschornsteinfegermeister für Wehretal, Reichensachsen, Oetmannshausen und Teile von Eschwege, er hat inzwischen in seine Kalkulationen beispielsweise steigende Preise für Benzin beim Wegegeld eingerechnet.

Der Fall des Monopols bedeutet vor allem für die Schornsteinfeger steigenden Konkurrenzdruck. Denn auf die zu vergebenden Fegebezirke können sich europaweit Schornsteinfegermeister bewerben oder solche aus der Zunft, die einen vergleichbaren Titel tragen. Bisher hält sich der Druck zunächst in Grenzen, denn der Beruf hat hierzulande Nachwuchssorgen. In der Schweiz allerdings hat die Liberalisierung des Marktes zu einer Preissteigerung von 20 Prozent geführt.

Der Fall des Monopols bedeutet für Hausbesitzer aber auch die Möglichkeit, frei zu wählen, wer künftig den Kamin fegt und die Heizung misst. Zwar sind die 15 Fegebezirke im Werra-Meißner-Kreis an einzelne Schornsteinfegermeister vergeben. Wer mit dem zuständigen Schornsteinfeger jedoch unzufrieden ist oder dessen Preise zu teuer findet, kann nun einen Schornsteinfeger seiner Wahl beauftragen. Der Haus- und Grundstücksbesitzerverein „Haus und Grund“ in Hessisch Lichtenau rät seinen Mitgliedern zur Vorsicht. „Wir empfehlen, alle Preise sehr genau zu prüfen“, so der Vorsitzende des Vereins, Dieter Wehner.

Wer sich nach einem neuen Schornsteinfeger umsehen möchte, kann das im Schornsteinfegerregister beim Bundesamt für Wirtschaft unter www.bafa.de tun.

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