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Gericht verurteilt Mann wegen Drogenhandel

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Von: Stefanie Salzmann

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Symbolbild Gericht HNA
Das Amtsgericht hat einen 35-jährigen Mann aus dem Landkreis wegen Drogenhandel verurteilt. © David-Wolfgang Ebener/dpa

Zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten hat das Amtsgericht Eschwege am Dienstag einen 35-jährigen Mann aus dem Werra-Meißner-Kreis wegen Drogenhandels verurteilt.

Eschwege - Weil der Mann zuvor nie straffällig war, Arbeit hat und in stabilen Verhältnissen lebt, kaum eine Wiederholungsgefahr aus Sicht des Gerichtes besteht und er selbst kein Konsument ist, wurde die Strafe zu einer dreijährigen Bewährung ausgesetzt.3000 Euro muss der Angeklagte an eine gemeinnützige Einrichtung der Drogenhilfe zahlen.

Der Mann, der im elterlichen Einzelhandelsgeschäft angestellt ist, hatte Anfang Juli 2020 einem Freund 426 Gramm Marihuana sowie 52 Gramm Haschisch für 750 Euro verkauft. In Folge dieses Geschäftes – sein Freund war aufgeflogen – hatte die Polizei seine Telefone überwacht und den Mann am 12. August 2020 auf dem Hohen Meißner festgenommen.

Polizei fand bei Hausdurchsuchung 1,3 Kilo Marihuana und 18.000 Euro Bargeld

Bei der dann folgenden Hausdurchsuchung hatte die Polizei auf dem Dachboden seines Hauses 1,3 Kilo Marihuana, Utensilien zur Verpackung wie Plastiktütchen und Laminiergeräte entdeckt und im Badezimmerschrank 18 000 Euro Bargeld. In seiner Brieftasche hatten die Beamten bereits bei der Verhaftung 2200 Euro in bar sichergestellt.

Dass die hohe Summe Bargeld aus seinen Drogengeschäften stammte, bestritt der Angeklagte vehement. Das Geld habe er über Jahre angespart, er sei schon seit seiner Kindheit sehr sparsam gewesen. An dieser Version hatte das Gericht Zweifel, konnte aber letztlich nicht beweisen, woher das Geld stammte.

Grund für Drogenhandel: Existenzangst

Entgegen der Forderung der Staatsanwaltschaft, die die gesamte Bargeldsumme von mehr als 20 000 Euro einziehen wollte, beschränkte sich das Gericht auf 2900 Euro. Zu seinen Beweggründen, in das Drogengeschäft einzusteigen, nannte der Angeklagte die Pandemie. Das Geschäft seiner Eltern habe wegen des ersten Lockdowns brachgelegen, seine Mutter sei nervlich am Ende gewesen. „Ich war so machtlos“, sagte er vor Gericht; er habe etwas tun wollen. „Das war bescheuert“, räumte er bei seinem Geständnis ein. Gleichzeitige konnte er sich aber an viele Einzelheiten aus den eineinhalb Jahre zurückliegenden Taten nicht erinnern, vor allem, wenn es um Herkunft und Fluss des Bargeldes ging.

Ein zweites Verfahren, das am Dienstag Teil der Hauptverhandlung war, wurde im Einvernehmen zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung eingestellt. Über seinen Anwalt hatte der 35-jährige Angeklagte Strafanzeige gegen Unbekannt stellen lassen, weil aus drei Weihnachts- und zwei Geburtstagskarten, die er immer in seinem Nachtschrank neben dem Bett sammelt, insgesamt 500 Euro verschwunden sein sollen. „Das war immer meine eiserne Reserve“, sagte er. Das Geld hätte nur bei der Hausdurchsuchung im August 2020 durch die Polizei entwendet worden sein können, hatte er geschlussfolgert. Er selbst befand sich während der Hausdurchsuchung im Wohnzimmer, konnte also nicht beobachten, was sich in seinem Schlafzimmer abspielte. (Stefanie Salzmann)

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