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Freiheitsstrafe nach Messerangriff für 38-jährige Frau

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Von: Stefanie Salzmann

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Justizia als Skulpur mit verbundenen Augen
Frau wird für schwere Körperverletzung verurteilt. © Peter Steffen/dpa

Wegen gefährlicher Körperverletzung ist eine 38-jährige Frau aus dem Werra-Meißner-Kreis am Freitag vor dem Amtsgericht Eschwege zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt worden. Die Strafe wurde zu einer zweijährigen Bewährung ausgesetzt. Zudem muss sie 60 Stunden gemeinnütziger Arbeit leisten und die Kosten des Verfahrens tragen.

Eschwege - Angeklagt war die Frau aus dem Landkreis, weil sie im Januar vorigen Jahres ihren damaligen Lebensgefährten mit einem Küchenmesser angegriffen und in den Rücken gestochen hatte.

Das Paar hatte bereits am Morgen gestritten. Dabei hatte der Mann die Frau schon geschubst. Wie die Angeklagte schilderte, war die gesamte private Situation ausgesprochen schwierig und angespannt. Das habe nicht zuletzt daran gelegen, dass ihr Lebensgefährte zu dieser Zeit extrem viel Alkohol trank und auch an jenem Januarmorgen nicht nüchtern war.

An die genauen Umstände, warum sie irgendwann zum Küchenmesser griff und ihren Lebensgefährten damit verletzte, konnte die Angeklagte sich nicht erinnern.

„Da ist offenbar eine Sicherung durchgebrannt“, sagte die Staatsanwältin. Dass es sich dennoch um eine „objektiv gefährliche Tat“ gehandelt hat, räumte auch der Verteidiger der Frau ein. Sie habe jedoch keine Tötungsabsicht gehabt, das Messer habe den Rippenbogen des Mannes nicht durchdrungen. Das spräche dafür, dass der Stoß nicht zielgerichtet ausgeführt worden war.

Weil seine Mandantin sich inzwischen von dem Mann getrennt hat und aus der gemeinsamen Wohnung mit ihrem Kind ausgezogen ist, das Kind versorgt und einer Beschäftigung nachgeht, forderte er eine Freiheitsstrafe von einem Jahr, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollte. „Sie hat inzwischen ihr Leben verändert“, sagte der Anwalt. „Ich bin sicher, dass sie nie wieder straffällig werden wird.“ Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verlangt, die ebenfalls zur Bewährung ausgesetzt werden sollte.

Der Vorsitzende Richter sagte in seinem Urteil, dass es sich um eine „sehr gefährliche Tat gehandelt“ habe, die auch schlimm hätte ausgehen können. Doch vor allem durch ihren Auszug bestehe keine Wiederholungsgefahr.

Von Stefanie Salzmann

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