Behörde droht mit Konsequenzen

Friday-for-Future-Bewegung: Eschweger Schüler schwänzen fürs Klima

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Eschwege – Eschweger Schüler demonstrieren heute Vormittag für den Klimaschutz – und bekommen dafür vom Schulamt Konsequenzen angedroht, weil sie das während der Unterrichtszeit tun wollen. 

„Das Fehlen vom Unterricht ist (...) als unentschuldigtes Fehlen zu bewerten und entsprechend zu dokumentieren“, heißt es in einem Schreiben der Behörde. Die Friday-for-Future-Bewegung der sechzehnjährigen schwedischen Schülerin Greta Thunberg ist in Eschwege angekommen. Zehn Jugendliche um den OG-Schüler Jonas Krug rufen zur angemeldeten Demonstration auf. Gestern Morgen wurden sie mit dem Schreiben des Schulamtes konfrontiert. „Diese Demonstration ist wichtig, ich wünschte mir, das Kultusministerium würde das unterstützen“, sagt Jonas Krug. Es sei ein „akzeptables Übel“ einmal vier Unterrichtsstunden zu verpassen.

„Wir haben Vorgaben, und die gelten“, sagt OG-Schulleiterin Margret Schulz-Bödicker. Das Engagement der Schüler nennt sie „beeindruckend“ und weiter: „Das würde mich aber noch mehr beeindrucken, wenn es Samstagvormittag wäre.“ Unterstützung bekommen die jungen Demonstranten vom SPD-Landtagsabgeordneten Knut John, für den das „Schuleschwänzen“ in diesem Fall nicht im Vordergrund stehen sollte. „Wir müssen doch froh sein, wenn junge Menschen für die Zukunft auf die Straße gehen, das ist längst überfällig, ich bin stolz darauf“, so John, der seine Teilnahme an der Demonstration ankündigt.

Landtagsabgeordneter Felix Martin (Grüne) sagt: „Wenn Fehlzeiten im Zeugnis stehen, ist es das wert.“ Er wolle sich beim Kultusminister dafür einsetzen, dass Schülern „sorgenfreies Demonstrieren ermöglicht wird“.

Die Demonstration beginnt um 10 Uhr auf dem Marktplatz und bewegt sich zum Stad, wo sie gegen 12.30 Uhr endet. 

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