Zuzug meist aus Russland – Deutschkenntnisse nehmen ab

Friedland: Zahl der Spätaussiedler steigt

Friedland. Die Zahl der deutschstämmigen Spätaussiedler, die über das Grenzdurchgangslager Friedland bei Göttingen in die Bundesrepublik ziehen, steigt seit dem Jahr 2013 stetig.

Laut Statistik des Bundesverwaltungsamtes werden es Ende Dezember wohl erstmals seit dem Jahr 2006 wieder mehr als 7000 sein. Der Grund: Änderungen im Bundesvertriebenengesetz haben den Zuzug für Spätaussiedler vor allem bei der Familienzusammenführung erleichtert.

Denn seit 2013 muss die deutsche Sprache nicht mehr familiär vermittelt werden – einfache Deutschkenntnisse reichen aus (siehe Hintergrund). Das macht sich bemerkbar: „Die Deutschkenntnisse haben abgenommen“, sagt Heinrich Hörnschemeyer.

Er leitet das Grenzdurchgangslager Friedland seit 1991, als noch bis zu 400 000 Aussiedler pro Jahr nach Deutschland kamen. Friedland ist mittlerweile bundesweit die einzige Aufnahmeeinrichtung, 250 Betten stehen für Aussiedler bereit. „99 Prozent der Spätaussiedler sind aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion“, sagt Hörnschemeyer. Und: „Wer jetzt kommt, ist kein Heimkehrer mehr.“ Den meisten ginge es darum, für sich und die Ihren ein besseres Leben zu beginnen.

Nur jeder Zehnte bleibt in Niedersachsen. Seit Ende 2009 besteht keine Wohnortbindung mehr: Die Spätaussiedler können leben, wo sie möchten. Das ist meist dort, wo bereits Verwandtschaft vor Ort ist – neben Nordrhein-Westfalen oft Bayern und Baden-Württemberg. Nach Hessen zog es bis Dezember nur 471 Spätaussiedler, besonders nach Nord- und Mittelhessen. Schwerpunkte bilden der Kreis und die Stadt Kassel, Fulda sowie der Lahn-Dill-Kreis. 

Von Clemens Herwig

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