Eschweger Neuankömmlinge reisen auf eigene Faust weiter

Friedola: Jeder dritte Flüchtling ist weg

Eschwege. Aus der Eschweger Notunterkunft bei Friedola sind in der vergangenen Woche über hundert Flüchtlinge verschwunden. Das entspricht fast einem Drittel der untergebrachten Menschen. Wohin sie weiterreisen, ist unbekannt.

„Das ist ein Effekt, den es überall in diesen Einrichtungen gibt“, sagt Kreissprecher Jörg Klinge. Aus einer Unterkunft in Bad Hersfeld waren vor wenigen Tagen fast 160 Flüchtlinge verschwunden. Die Behörden vermuten, dass die Menschen versuchen, in andere Länder, vorrangig nach Skandinavien, zu gelangen. Andere könnten versuchen, sich innerhalb Deutschlands mit ebenfalls geflüchteten Familienmitgliedern zu treffen.

Bei Friedola werden die Flüchtlinge bei der täglichen Ausgabe der Essensmarken gezählt. Am Montag vergangener Woche lebten demnach 373 Menschen in der Unterkunft, am Freitag nur noch 265. Über das Wochenende sind laut Ilona Friedrich, Leiterin des Fachbereichs für Jugend, Familie, Senioren und Soziales, dann keine weiteren Flüchtlinge verschwunden. „Rein rechtlich ist diese Überlaufeinrichtung nur ein Angebot an die Flüchtlinge“, sagt Klinge, „eine Residenzpflicht gibt es nicht.“ Ein Problem bei der Planung der Versorgung der Menschen sehe er auch nicht.

Die Zahl der Menschen, die in der Eschweger Notunterkunft leben, wird täglich an die Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen gemeldet. Für den vergangenen Freitag waren vom Land Hessen 200 Neuankömmlinge angekündigt worden. Diese Zuweisung zogen die Verantwortlichen laut Ilona Friedrich aber kurzfristig wieder zurück.

Die bei Friedola untergebrachten Flüchtlinge werden einige Tage nach ihrer Ankunft von einem mobilen Team der Erstaufnahmeeinrichtung Gießen registriert. Erst danach erhalten sie auch ein Taschengeld von 143 Euro im Monat.

Rubriklistenbild: © dpa

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