Partnergymnasium Manfredo Fanti in Carpi

Friedrich-Wilhelm-Schüler besuchen Monte Sole: Vergangenheit, die unter die Haut geht

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Friedensschule: Ein Masaker deutscher Soldatin im Zweiten Weltkrieg war Thema während des Besuchs der Eschweger Friedrich-Wilhelm-Schüler in Italien. 

23 Jugendliche der Eschweger Friedrich-Wilhelm-Schule nahmen während eines Schüleraustausches jetzt an einem Tagesseminar an der Friedensschule Monte Sole teil. 

Geradezu idyllisch wirkt die bewaldete Berglandschaft des italienischen Apennin bei dem kleinen Ort Marzabotto auf den unbefangenen Besucher – und doch hat sich hier, ganz in der Nähe von Bologna, vor 75 Jahren eines der schlimmsten deutschen Kriegsverbrechen ereignet: Soldaten von SS und Wehrmacht töteten fast 800 Menschen und löschten die Bevölkerung mehrerer Dörfer nahezu komplett aus.

Die Auseinandersetzung mit diesem mehrtägigen Massaker im Herbst 1944 am Originalschauplatz geht unter die Haut. Diese Erfahrung machten 23 Jugendliche der Eschweger Friedrich-Wilhelm-Schule bei einem Tagesseminar in der am Ort des grausamen Geschehens gegründeten Friedensschule Monte Sole. Nach einer Führung zu den Tatorten und bewegenden Zeitzeugenberichten waren die Schüler gefordert, Bezüge zu aktuellen Kriegssituationen und totalitären Tendenzen in der Gegenwart herzustellen.

Der Besuch stand im Mittelpunkt des Schüleraustausches mit dem Partnergymnasium Manfredo Fanti in Carpi in der italienischen Region Emilia Romagna.

Dieser einwöchige Austausch zielte ursprünglich auf eine internationale Vertiefung des Lateinunterrichtes ab. Seit die FWS „Schule ohne Rassismus“ ist, liegt der Schwerpunkt auf der gemeinsamen Bearbeitung von Themenfeldern wie Diskriminierung, demokratische Kultur, Rechtsextremismus, Antisemitismus, Rassismus, Flucht und Migration durch die deutschen und italienischen Jugendlichen.

Zu den weiteren Programmpunkten der Austauschwoche gehörte ein gemeinsames Theaterprojekt mit Schauspielern aus Bologna. Die jungen Menschen aus Eschwege gewannen in dieser Woche darüber hinaus auch Einblicke in die italienische Lebensweise und Kultur: In ihren Gastfamilien bekamen sie einen Eindruck vom Alltagsleben in Italien. 

Exkursionen führten die Eschweger Gymnasiasten außerdem in die alte Universitätsstadt Padua und nach Modena, wo Dom und Glockenturm Ghirlandina auf der Piazza Grande zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Im April steht der Gegenbesuch der Schüler aus Carpi an. 

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