Frostnacht bringt viele Obstbauern im Werra-Meißner-Kreis um die Ernte

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Eschwege. Die Nacht zu Donnerstag mit Temperaturen von bis zu minus 6 Grad Celsius hat die millionenfache Blüte der Kirsche und anderer Obstsorten wie Apfel und Erdbeere schwer getroffen. „Erste Schäden sind schon deutlich zu erkennen“, sagt Gartenbauberater Eberhard Walther vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen in Kassel.

Der Obstbau-Experte, der einige Bestände in Nordhessen in Augenschein genommen hat, prognostiziert bei Süß- und Sauerkirschen eine wesentlich geringere Ernte. In der Konsequenz dürften die Preise für die Früchte steigen.

Viele der Tausende von Bäumen hätten sich schon am Ende der Blüte befunden, die also längst befruchtet waren, erläutert Diplom-Agraringenieur Walther die ungewöhnlich drastischen Folgen des Nachtfrostes. Der lag im Mittelwert bei minus vier Grad, an manchen Stellen noch zwei Grad niedriger. Und direkt über dem Boden sogar bei bis zu minus acht Grad, was wiederum vor allem zu Schäden auch auf den Erdbeerfeldern führte.

Auch kam es auf die Lage der Obstplantagen an. In den Tälern und in Anlagen mit hohem Gras zwischen den Baumreihen habe der Frost wie Nebel gelegen, in höheren Lagen sei er besser abgezogen. Wie stark die Ernteausfälle insgesamt werden, kann der Experte noch nicht beziffern. Aber „es sieht wohl dramatisch aus“, sagt er. An manchen Standorten werde es zu Totalausfällen kommen. So gravierend sei es zuletzt 1981 gewesen, als auch um Ostern gleich mehrere Nächte bis minus sechs Grad kalt waren, erinnert sich Bernd Kiebe aus Unterrieden, der seit Jahrzehnten im Obsthandel tätig ist.

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