Mädchen aus Eschwege kämpfen für einen sauberen Cyriakusbach

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Wollen ihren Cyriakusbach sauber: Lena Anhof (6, von links), Xenia Klemm (10) und Hannah Anhof (10) haben zusammen mit den Geschwistern Antonia (9) und Helene Salzburger (12) jede Menge Müll am Cyriakusbach entdeckt.

Eschwege. Sie lieben die Natur und ganz besonders den Cyriakusbach in Eschwege: Die Geschwister Lena und Hannah Anhof, die Geschwister Antonia und Helene Salzburger und Xenia Klemm. Die fünf Mädchen sind Nachbarn und spielen oft gemeinsam in diesem Naturidyll mitten in der Stadt. Aber von unberührter Natur ist leider derzeit keine Spur.

Plastikflaschen und -eimer, Müllsäcke und sogar ganze Kühlschränke haben Unbekannte entlang des Bachlaufes abgelegt.

Plastikflaschen, Eimer, Dosen, Schaumstoff: Überall entlang des Bachlaufes liegt Müll verteilt, den die Kinder beim Spielen entdeckt haben.

Das wollten sich die fünf nicht länger anschauen und haben jetzt Unterschriften gegen die Verschmutzung des Cyriakusbaches gesammelt - insgesamt 36 haben unterschrieben. „Die Leute haben gesagt, dass sie gut finden, dass wir das machen“, sagt Hannah stolz. Auf die Idee zur Unterschriftenaktion sind die Mädels gekommen, weil sie öfter einen kleinen Stand am angrenzenden Fußweg aufstellen, an dem sie Selbstgebasteltes und Nützliches verschenken. Und warum nicht bei dieser Gelegenheit auch Unterschriften sammeln, haben sie sich gefragt. Allerdings fing es dann zu regnen an, schildert die sechsjährige Lena: „Dann sind wir einfach von Haustür zu Haustür gelaufen und haben die Leute direkt gefragt.“ Am vergangenen Montag haben sie die Unterschriftenliste dann beim Ordnungsamt der Kreisstadt abgegeben.

Plastikflaschen, Eimer, Dosen, Schaumstoff: Überall entlang des Bachlaufes liegt Müll verteilt, den die Kinder beim Spielen entdeckt haben.

 Dass sie sich für eine saubere Umwelt einsetzen, ist für die Mädchen selbstverständlich, denn sie selbst passen auch gut auf die Natur auf: „Wenn wir hier am Bach entlanglaufen, nehmen wir immer dieselben Wege, damit wir nicht so viel kaputt machen“, sagt Hannah. Begeistert sind die Mädchen von den alten knorrigen Bäumen und der verwilderten Ausstrahlung. „Hier klettern wir immer viel rum oder machen Bachspringen“, sagt Xenia. Auch kümmern sie sich darum, dass der kleine Bach immer frei fließen kann und räumen Verstopfungen weg. Deshalb sind sie auch über die achtlos abgelegten Kühlschränke besonders verärgert, denn die verstopfen den Bach. „Wir haben versucht das rauszuziehen, haben es aber nicht geschafft“, sagt Hannah.

Bedenklich finden sie zudem, dass aus diesen alten Kühlschränken noch giftige Kühlflüssigkeiten ausgelaufen sein könnten: „Das ist nicht nur für die Umwelt schlecht, sondern auch gefährlich für die Tiere“, erklärt Xenia. Immerhin gebe es dort auch Rehe, fügt Lena hinzu. Das hat Ordnungspolizist Wolfgang Seum den Kindern erklärt, als er sich von ihnen die Verschmutzungen zeigen ließ. Denn das Ordnungsamt hat prompt auf die Liste der Mädchen reagiert. „Ich finde das Engagement der Kinder richtig klasse“, sagt Hartmut Adam begeistert. Der Leiter des Fachdienstes Familie und Soziales hatte sich der Liste angenommen und verspricht, dass das Ordnungsamt sich um das Müllproblem am Bach kümmern wird.

Von Diana Rissmann

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