20 Beamte und 70 Polizeischüler in Hamburg

G20-Gipfel: Bundespolizisten aus Eschwege im Einsatz

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Schützen die Bahnanlagen im Hamburger Osten: Zugführer Thorsten Ickler (links) und sein Stellverterter Kai Woelk sind mit 18 weiteren Eschweger Bundespolizisten im Einsatz beim G-20-Gipfel.

Eschwege/Hamburg. Wenn es um die Sicherheit von Staats- und Regierungschefs geht, dann sind sie auch im Einsatz: die Beamten der Bundespolizei. Aktuell sind 20 Beamte des Eschweger Bundespolizeiaus- und -fortbildungszentrums beim G-20-Gipfel in Hamburg eingesetzt.

Ihre Aufgabe: der Schutz der Bahnhöfe und Bahnanlagen sowie die Kontrolle der nach Hamburg einreisenden Bahnfahrer im Bereich Hamburg-Ost und Mecklenburg-Vorpommern.

Unterstützt wird die Einsatzgruppe von vier Beamten der Bundespolizeiakademie in Lübeck. Seit dem Einsatzbeginn am 29. Juni sichern die Eschweger Bundespolizisten unter der Leitung von Zugführer Thorsten Ickler in Nachtschichten die Bahnanlagen in ihrem Bereich. „In den vergangenen Wochen gab es bereits einige versuchte Anschläge auf Bahnanlagen, mit dem Ziel, den Zugverkehr Richtung Hamburg lahmzulegen“, erklärt Bundespolizeisprecher Christian Hilmes die Dringlichkeit dieses Einsatzes.

Nahverkehr schützen

Denn, sollte der öffentliche Nahverkehr lahmgelegt werden, drohe in manchen Bereichen von Hamburg ein noch größeres Chaos. Grund: Derzeit sei die Hansestadt in mehrere Zonen eingeteilt und in einige komme man während des Gipfels nur mit dem öffentlichen Nahverkehr, da lediglich noch die Staatskarossen der Gipfelteilnehmer einfahren dürften. „Deshalb war ein Anschlag auf die Bahn eine Hauptangst“, sagt Hilmes. Die Eschweger Beamten sind während des Einsatzes der Hundertschaft aus dem bayerischen Deggendorf unterstellt und nicht zum direkten Einsatz gegen Demonstranten in der Hamburger Innenstadt im Einsatz.

„Wir konzentrieren uns neben der Sicherung der Bahnanlagen auch auf verdächtige Reisende, die eventuell dem extremistischen oder linksautonomen Sektor zugeordnet sein und für Ärger sorgen könnten“, sagt Ickler. Für den Polizeihauptkommissar ist dieser Einsatz Routine: „Ich war schon oft bei solchen Großlagen dabei.“ 

Polizeischüler unterstützen das Bundeskriminalamt

Ebenfalls vor Ort sind 70 Polizeischüler des zweiten Ausbildungsjahres aus Eschwege, die vor Ort die Bundespolizeiabteilungen aus Duderstadt und Bad Bergzabern im Bundeskriminalamt Bereich Innenschutz in Hamburg unterstützen. Am Donnerstagabend gingen die Proteste in der Hansestadt in die heiße Phase, zum Gipfelbeginn am Freitag eskalierte die Situation in der Innenstadt, mehrere hunderte Beamte waren bereits am Vormittag verletzt.

Davon waren die Eschweger Beamten zunächst nicht betroffen: „Wir sind am Stadtrand im Einsatz, bis jetzt war alles ruhig“, sagt Ickler. Ausschließen könne er einen Einsatz in der Innenstadt aber nicht. Am Freitagmittag kam dann auch der Einsatzbefehl und die Eschweger Beamten wurden aufgrund der aktuell schwierigen Situation zur Unterstützung in die Innenstadt von Hamburg verlegt.

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