Corona

Gastronomie- und Tourismusbranche zum Lockdown: „Extremer Vertrauensbruch“

Gastronomie- und Tourismusbranche zum Lockdown: „Extremer Vertrauensbruch“
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Gastronomie- und Tourismusbranche zum Lockdown: „Extremer Vertrauensbruch“

Die Enttäuschung in der Gastronomie im Werra-Meißner-Kreis nach der Bund-Länder-Konferenz am Mittwoch ist groß.

Werra-Meißner – Auch Vertreter aus Tourismus und Wirtschaft bangen um ihre Zukunft. Sie sind sich sicher: Nicht alle werden den beschlossenen „Lockdown-Light“ unbeschadet überstehen.

„Es ist ein extremer Vertrauensbruch, der der Gastronomie unheimlich wehtut“, sagt Christian Pelikan, Vorsitzender des Hotel- und Gastronomieverbandes (Dehoga) im Kreis und selbst Gastronom in Bad Sooden-Allendorf. Da seitens der Regierung gesagt worden sei, dass die Betriebe weiter geöffnet bleiben könnten, wenn sich strikt an die Hygienevorschriften gehalten werde, habe die Branche massiv investiert – zum Beispiel in Plexiglasscheiben, Lüftungssysteme und Heizstrahler.

Christian Pelikan, Vorsitzender des Hotel- und Gastronomieverbandes (Dehoga) im Kreis 

„Wir waren wirtschaftlich wieder auf einem besseren Weg und hatten nicht nur gefühlt einen Wendepunkt erreicht“, sagt Dr. Lars Kleeberg, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Werra-Meißner-Kreis. Der erneute Lockdown werde jetzt besonders diejenigen hart treffen, die trotz des Aufschwungs der letzten Monate nur zögerlich wieder in Fahrt gekommen sind.

„Nun stehen erst recht Existenzen auf dem Spiel“, ist sich Kleeberg sicher. Besonders in der Veranstaltungs-, Reise- und Gastronomiebranche werde es viele treffen. Insolvenzen seien zu erwarten.

„Die Betriebe sind stark gebeutelt“, sagt auch Marco Lenarduzzi, Geschäftsführer Geo-Naturpark FrauHolle-Land. Die Vorkehrungen in der Gastronomie seien gut geregelt gewesen. Treffen werde es auch touristische Übernachtungen. Es bleibe daher zu hoffen, dass nun die angekündigten finanziellen Unterstützungen bei den Betrieben ankommen und auch ausreichen.

Es gelte, die kommende Zeit zu überstehen und dann die Chancen zu sehen. „Der Deutschlandtourismus hat profitiert und das Reiseverhalten wird sich nicht schlagartig ändern“, ist sich Lenarduzzi sicher.

Die Industrie- und Handelskammer hält sich noch bedeckt. Auf lokaler Ebene sei es zu früh, um über die Auswirkungen des Lockdowns Aussagen treffen zu können.  gsk/mai

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