Viva con Agua sammelt Pfandbecher auf dem Flair, um in Afrika zu helfen

Eschwege. Wild flattern die weißen Fahnen durch die Luft. Inmitten des Publikums vor den großen Bühnen des Open Flair ragen sie immer wieder zwischen den Köpfen und den in die Höhe gereckten Händen empor, und signalisieren: Hier gibt’s was – oder besser gesagt: Hier soll was gegeben werden.

Die Fahnen sind von der Hilfsorganisation Viva con Agua, die sich für den Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitärer Grundversorgung einsetzt. Erreicht werden soll das über Spenden, die auch auf dem Flair-Gelände gesammelt werden: über den Pfand der Becher. „Für jeden Becher gibt es einen Euro Pfand“, sagt Luca, der sich seit zwei Jahren ehrenamtlich für die Organisation engagiert. Natürlich können die Festival-Besucher diesen bei der Rückgabe des Bechers wieder einfordern – sie können das Trinkgefäß aber auch in eine der bunt angemalten Mülltonnen von Viva con Agua werfen und den Pfand so spenden. „Mit diesem Geld soll vor allem die Trinkwasserversorgung in Uganda unterstützt werden“, sagt Meike, die erst seit kurzem für die Organisation tätig ist. Brunnen müssten dort gebaut werden, ebenso wie saubere Sanitäranlagen. Zudem würden Weiterbildungen finanziert, die eine richtige Hygiene zum Inhalt haben.

Super finden das auch Marco aus Bern und Benni aus Werleshausen. Als das Bier der beiden alle war, drehte sich Marco schon zum Becks-Zelt um – als er von seinem Kumpel angestoßen wurde und der auf eine der blauen Tonnen zeigte. „Wir wollen auch mal was Gutes für das Wasser tun“, sagt Marco und fügt etwas schelmisch hinzu: „Außerdem sind wir ja hier auf dem Flair!“

Dass das ein gutes Pflaster zum Sammeln ist, weiß Luca von der Hilfsorganisation. „Ich weiß nicht, woran es liegt, aber die Leute hier sind echt spendabel.“ Gut 1000 Becher seien an den ersten beiden Tagen vor der Seebühne bereits zusammengekommen, zusammen mit denen auf dem Festplatz erhofft man sich gut 5000 Becher – was 5000 Euro entspricht.

Kommt es mal zu Ärger, weil die Fahnen den Besuchern zu sehr in deren Blickfeld wedeln, reguliere sich das meist von selbst, sagt Luca: „Die Umstehenden beschwichtigen dann sofort und weisen darauf hin, dass das ja eine Spendenaktion ist.“

• Falls mal jemand keine der bunten Mülltonnen – die wirklich nur ausschließlich für die Becher sind – sieht, kann er auch direkt zum Stand von Via Con Agua gehen: Der ist auf dem Festplatz gleich links.

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