Gebührenfreie Kitas: Kommunen in Sorge, weil sie draufzahlen 

Werra-Meißner. In den letzten drei Kindergartenjahren für sechs Stunden täglich keine Gebühren mehr zahlen müssen – während diese Ankündigung der hessischen Landesregierung, die ab August 2018 gelten soll, die Eltern freuen dürfte, reagieren die Kommunen im Werra-Meißner-Kreis verhalten darauf.

Der Grund: die Kostenerstattung. 136 Euro möchte das Land pro Kind und Monat als Ausgleich an die Kommunen zahlen, damit diese so die wegfallenden Elternbeiträge kompensieren können. Doch das sei nicht überall möglich, sagt zum Beispiel Meißners Bürgermeister Friedhelm Junghans: „Bei uns kosten die sechs Stunden derzeit 140 Euro, eigentlich müssten wir sogar erhöhen.“ Die Differenz aber zu den 136 Euro müsse die Kommune irgendwie schultern – was in Zeiten des Schutzschirmes und der Hessenkasse, wo an jeder Ecke gespart werden müsse, nicht einfach sei.

Besonders hart würde es zum Beispiel Großalmerode mit einer Differenz von 32 Euro und die Kommune Herleshausen treffen: „Wir haben eine monatliche Gebühr von 180 Euro für die sechs Stunden“, sagt Bürgermeister Burkhard Scheld. Wie er die Differenz von 44 Euro pro Kind hernehmen soll – gut 80 Kinder besuchen die Einrichtung in seiner Kommune – wisse er nicht.

Eine Möglichkeit wäre, die Gebühren für die Ganztagsbetreuung und die U3-Gruppen zu erhöhen, sagt Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt. Letztere ist von der angekündigten teilweisen Gebührenfreiheit ausgenommen, die Kosten dafür werden im Kreis schon jetzt mit einem Aufschlag von 50 Prozent auf die normalen Gebühren berechnet. Für die Stadtverwaltung in Witzenhausen ist eine Erhöhung in diesem Bereich aber nicht sinnvoll: „Wir würden die Krippenbeiträge dann möglicherweise erst einmal einfrieren“, heißt es aus dem dortigen Rathaus. 

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