Erinnerung an Deportation jüdischer Mitbürger vor 70 Jahren

Im Gedenken von der Synagoge zum Bahnhof

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Im Gedenken an die vor siebzig Jahren aus Eschwege und dem Werra-Meißner-Kreis deportierten Juden enthüllt die Stadtverordnetenversammlung am übernächsten Donnerstag am Bahnhof eine Bronzeskulptur.

Eschwege. Schüler, Lehrer, Kommunalpolitiker und andere Interessierte treffen sich um 4.30 Uhr vor der ehemaligen Synagoge auf dem Schulberg und gehen die Wegstrecke zum Stadtbahnhof, die vor siebzig Jahren die deportierten Juden nehmen mussten.

Am 6. September 1942 um exakt 5.30 Uhr verließ der letzte von drei Deportationszügen Eschwege in Richtung Osten. Mehr als einhundert Menschen jüdischen Glaubens, die bis dahin in Eschwege und den umliegenden Orten lebten, wurden in die nationalsozialistischen Vernichtungslager gebracht.

Stadtverordnetenvorsteher und Hauptausschussvorsitzender Karl Montag informierte das Parlament gestern Abend im E-Werk über die geplanten Gedenkveranstaltungen. Am 5. September wird um 19 Uhr in den Räumen der Sparkasse an der Friedrich-Wilhelm-Straße die Ausstellung „Sonderzüge in den Tod“ eröffnet. Vor dem Transport im September 1942 verließen am 31. Mai desselben Jahres sowie am 8. Dezember 1941 zwei weitere Deportationszüge Eschwege. Daran wollen die Teilnehmer des Gedenkzuges am 6. Dezember - eingeladen sind insbesondere die Kinder und Jugendlichen der weiterführenden Schulen - erinnern. Um 5.30 Uhr beginnt die Gedenkfeier am Bahnhof mit der Enthüllung der Gedenktafel und Bronzeskulptur in Form eines Koffers.
„Ich wünsche mir, dass viele Stadtverordnete und Bürger aus Eschwege und den betroffenen Orten wie Abterode, Reichensachsen, Herleshausen, Nesselröden und Frankershausen, aber auch aus dem übrigen Kreisgebiet an den Veranstaltungen teilnehmen“, sagte Stadtverordnetenvorsteher Karl Montag gestern Abend.

Von Harald Sagawe

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