Erinnerung wach halten

Gedenktafeln für Dr. Margarethe Kahn und Paul Westheim in Eschwege angebracht

Gedenktafel für Paul Westheim: (von links) Bernd Fechner, Stadtrat Berthold Diegel, Bürgermeister Alexander Heppe, York-Egbert König sowie Ulrike Seib und Dr. Bernhard Seib, Inhaber des Hauses Stresemannstraße. Fotos: Berg

Eschwege. Gleich zwei neue Gedenktafeln erinnern ab sofort in der Eschweger Innenstadt an ehemalige Mitbürger und wurden an den Häusern, in denen sie lebten, angebracht: Dr. Margarethe Kahn lebte am Stad 27, dort, wo heute die Schlossgalerie steht.

Die Tochter einer angesehenen jüdischen Familie war die erste Abiturientin der Stadt. Sie erhielt 1909 ihren Doktortitel im Fachgebiet der Mathematik. Dr. Margarethe Kahn arbeitete als Lehrerin in Kattowitz, Dortmund und Berlin, bis sie 1936 zwangsbeurlaubt wurde und Zwangsarbeit leisten musste. 1942 wurde sie in das Lager Piaski deportiert, in dem sie ermordet wurde. Die zweite neue Gedenktafel wurde für Paul Westheim an der Stresemannstraße 1 angebracht. Er wurde 1886 in Eschwege geboren und lebte mit seiner Familie bis zu seinem 15. Lebensjahr in der Kreisstadt, bekannt wurde er 1917 als Herausgeber des Kunstblatts in Berlin. Während der nationalsozialistischen Diktatur musste er zunächst nach Paris ins Exil gehen, bis ihm dann 1941 die Flucht nach Mexiko gelang. 1961 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Die Idee der Gedenktafeln kam von Stadtrat Berthold Diegel im Magistrat. „Das war ein sehr guter Vorschlag, wir wollen auch in Zukunft weitere Informationstafeln anbringen und so an ehemalige Mitbürger erinnern“, erklärte Bürgermeister Alexander Heppe. Die Informationen über Dr. Margarethe Kahn und Paul Westheim wurden von York-Egbert König und Bernd Fechner für ihre Bücher im Rahmen „Jüdischer Miniaturen“ zusammengetragen. „Es freut uns sehr, dass die Stadt so geschichtsinteressiert ist und bereits weitere Tafeln plant“, so York-Egbert König.

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