Am Freitagabend wurde in Waldau erstmals die Werra-Rundschau mit dem neuen Titelkopf gedruckt

Die WR gedruckt in 20 Minuten

Waldau/Eschwege. Pünktlich um 20 Minuten nach neun Uhr trifft die letzte fertige Seite der Werra-Rundschau im Druckhaus Dierichs in Waldau ein. Die Letzte der WR an diesem Abend ist zudem die Wichtigste, es ist die Seite eins - die allererste mit dem neuen Titelkopf der Werra-Rundschau.

Routiniert nimmt Mehmet Erenulug die Druckplatte der Seite eins und sortiert sie in richtiger Reihenfolge zu den anderen der WR-Ausgabe von diesem Tag und hakt auf dem Plan alle Seiten ab. „Hier wird kontrolliert, dass auch alle Seiten da sind“, sagt er, rafft die sortierten Druckplatten zusammen und bringt sie zu den Drucktürmen. Dort warten bereits die Drucker Jürgen Seip, Mario Bersch und Waldemar Schmukel - denn um 21.30 Uhr ist Andruck der „Werra“ - wie sie hier genannt wird - und Pünktlichkeit ist in der Druckerei mehr als wichtig, ansonsten würde der straffe Zeitplan durcheinander kommen.

Mit der Werra-Rundschau startet abends der Reigen der Zeitungsdrucke in Waldau, danach folgen unter anderem die gesamten Ausgaben der Hessischen Allegmeinen, die Hersfelder Zeitung und einiger Anzeigenblättchen - parallel dazu wird im Druckhaus noch die Bildzeitung für Hessen und Thüringen gedruckt. „Bis spätestens drei Uhr ist der Spuk vorbei und alle Ausgaben sind in den Lieferwagen auf dem Weg zum Leser“, sagt Schichtleiter Ingbert Lauhof.

Ab in die Post: Sylvia Weix-Heeger kümmert sich um den Versand der Zeitungen.

Aber zurück zur „Werra“. Die wird gerade von Seip eingelegt - insgesamt wird im Druckhaus an drei Maschinen gleichzeitig an jeweils zwei Türmen auf zwei Papierrollen gedruckt. „An jeder Maschine stehen drei Drucker, einer an jedem Turm und einer kontrolliert die Farbe und Passer - dass also alle Farbschichten aufeinander passen und nichts verschwimmt“, erklärt Lauhof. Da sitzt jeder Handgriff, auch dank der guten Vorarbeit von Erenelug. Für jede Seite gibt es vier Druckplatten - für die Farben blau, rot, gelb und schwarz. „Genau in dieser Reihenfolge wird auch gedruckt“, sagt Lauhof. Farbschicht für Farbschicht wird in Sekundenschnelle auf die ratternden Papierrollen aufgetragen.

Alle Platten sitzen: Drucker Jürgen Seip hat alles vorbereitet, gleich geht es los. Fotos: Rissmann

21.30 Uhr. Die Druckplatten sind eingelegt, im Keller haben die Rolleure die 1,3 Tonnen schweren Papierrollen eingehängt - los geht der Druck der Werra-Rundschau. Allerdings erst einmal für das Altpapier. „Die ersten Exemplare sind noch ganz weiß, danach muss die Farbe noch eingestellt werden“, sagt Lauhof. Ausgabe für Ausgabe rattert vorbei, um in einem Schacht im Keller zu versinken. „Das Altpapier wird wieder recycelt“, sagt Lauhof. Und die Vordrucke sind wichtig für den Farbcheck. Seip, Bersch und Schmukel schnappen sich die ersten Drucke, blättern sie in Rekordgeschwindigkeit durch und korrigieren die Farbmengen bis sie mit der Schärfe des Druckergebnisses zufrieden sind. „Die Farbmengen werden vom Computer vorab berechnet, aber das System lernt auch mit, es merkt sich die Korrekturen, die der Drucker eingegeben hat und berechnet sie beim nächsten Mal mit ein“, sagt Lauhof. Für diesen Abend sind die drei Drucker zufrieden: „Ich lass’ sie jetzt raus“, ruft Seip. Der Schacht schließt sich und die ersten verkaufsfertigen Exemplare laufen aus der Maschine. Erstmals mit dem neuen blau-grünen WR-Logo. „Sieht gut aus, richtig frisch“, findet Lauhof. 12.712 Exemplare werden an diesem Abend gedruckt.

„Das dauert etwa 20 Minten“, sagt Lauhof. Gerade genug Zeit, um von der Kontrollebene der Drucker hinunter in den Keller zu kommen. Dort werden noch die Beilagen einsortiert, die Ausgaben verpackt und transportfertig gemacht. Dort arbeitetet auch Sylvia Weix-Heeger im Postversand: „Huch, was ist denn das? Hat die Werra einen neuen Kopf?“ fragt sie erstaunt: „Das sieht ja richtig gut aus.“

Von Diana Rissmann

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