Viel Wildwechsel in der Dämmerung

Gefahr für Wildunfälle steigt im Herbst an

Werra-Meißner. Spätestens mit der Zeitumstellung am 29. Oktober werden sich die Zeiten, in denen Wild und Pendler aktiv sind, wieder überschneiden. Deshalb passieren im Herbst besonders viele Wildunfälle – auch im Werra-Meißner-Kreis.

„Gehäuft treten sie in den Dämmerstunden morgens und abends auf, weil sich die Wildtiere dann auf Futtersuche begeben und dann auch mit dem Berufsverkehr konfrontiert sind“, sagt Silke Hartung, Sprecherin des Jagdvereins Hubertus in Witzenhausen. Aber nicht nur im Frühjahr zur Brunftzeit und im Herbst steigen die Zahlen in den Statistiken der Polizei an, in den vergangenen Jahren stieg auch die Gesamtzahl der Unfälle.

Laut den Verkehrsberichten der Polizeidirektion Werra-Meißner gab es im Jahr 2014 noch 534 Wildunfälle, 2015 bereits 586 und im Jahr 2016 dann 627. Auch in diesem Jahr scheint sich der Trend fortzusetzen. Während es im Vorjahr bis einschließlich August zu 418 Zusammenstößen mit Wild kam, waren es 2017 bereits 443.

Als Grund für die vielen Wildunfälle nennt Silke Hartung die Lebensraumzerschneidung der Tiere. Man könne die Situation auch andersherum sehen – dass nicht die Tiere die Straße kreuzen, sondern „die Straßen alte Wildwege kreuzen, die einfach vor dem Straßenverkehr da ware“.

Auffällig ist im Werra-Meißner-Kreis der hohe Anteil von Wildunfällen an den Unfällen insgesamt. Er lag 2016 bei 28,6 Prozent, während er in ganz Hessen nur 13,22 Prozent betrug. Eine Erklärung dafür sind die besonders ländlichen Strukturen, sagt Hartung: „Wir sind ein waldreicher Kreis und haben auch viel Landwirtschaft.“ Laut Verkehrsbericht der Polizei entstand im Jahr 2016 durch Wildunfälle ein Sachschaden in Höhe von 972 000 Euro.

Von Anne Palka

Rubriklistenbild: © picture alliance / Hauke-Christi

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare