106 minderjährige Flüchtlinge ohne Angehörige im Kreis

Geflüchtet: Jugendliche leben in Wohngruppen

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Sind beide allein ohne Eltern aus Afghanistan geflüchtet: Faraidon Zakhailwal (links) und Bilal Jaberkhel leben seit sechs Monaten im Kinder- und Jugendheim Burgenhof in Witzenhausen und spielen gern Schach.

Werra-Meißner. Aktuell leben 106 Kinder und Jugendliche im Werra-Meißner-Kreis, die ohne Familie aus ihrer Heimat geflohen sind. Sie werden im Fachjargon als unbegleitete minderjährige Ausländer (umA) bezeichnet.

Erst in den letzten Tagen sind 14 Jugendliche dazugekommen. „Weitere Zuweisungen für das 4. Quartal werden voraussichtlich nicht erfolgen“, sagt Kreissprecher Jörg Klinge.

Die Jugendlichen leben in Wohngruppen in Eschwege, Witzenhausen und Hessisch Lichtenau. Die Unterbringung und Betreuung wird von drei Trägern der Jugendhilfe – Lichtenau e.V., Werraland-Werkstätten und Diakonie Hephata – übernommen. „Von den jeweiligen Jugendämtern bekommen wir manchmal einige Wochen, manchmal aber auch nur wenige Tage vor der Ankunft neuer Jugendlicher den entsprechenden Auftrag zur Aufnahme“, sagt Henning Wienefeld. Er ist Fachberater für die Arbeit mit umA bei der Hephata Diakonie.

Rund 30 geflüchtete Kinder und Jugendlichen werden von der Organisation in Eschwege betreut und leben in einer Wohngruppe oder zum Teil im betreuten Wohnen in eigenen Wohnungen. „Die Hauptherkunftsländer der Jugendlichen sind Afghanistan, Syrien, Eritrea und Somalia. Einzelne kommen aus nord- und westafrikanischen Ländern sowie aus Pakistan“, erklärt Wienefeld. Die Jugendlichen seien im Schnitt 16 Jahre alt und leben in der Regel bis zur Volljährigkeit in den Einrichtungen.

„Die Kosten der Unterbringung und Betreuung werden vom Werra-Meißner-Kreis als örtlich zuständiges Jugendamt übernommen und vom Land Hessen als überörtlichen Träger der Jugendhilfe erstattet“, erklärt Klinge. Wichtig für die jungen Menschen sei zunächst die Teilnahme an einem Sprachkurs. Die Betreuung erstrecke sich dann auf das Erlernen einer Tagesstruktur, den weiteren Schulbesuch und die Freizeitgestaltung.

Von Sindy Peukert

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