Gegen Drogen: Zwei Projekte begleiten das Open Flair

Gegen Drogen: Zwei Projekte begleiten das Open Flair

+
Die Kampagne „Alkohol? Kenn Dein Limit“ wird auch dieses Jahr beim Open Flair wieder umgesezt: Junge Leute wollen auf dem Platz mit anderen ins Gespräch über den Alkoholkonsum kommen. Im Jahr 2015 waren da zum Beispiel Judith aus Hannover und Julian aus Flensburg dabei.  

Eschwege. Gleich zwei Projekte gegen den Konsum von Drogen wird es beim diesjährigen Open Flair geben. Wir stellen beide vor. 

Bereits seit vielen Jahren arbeitet der Arbeitskreis Open Flair eng mit der Fachstelle für Suchthilfe und Prävention in Eschwege, der Diakonie und der Jugendförderung Werra-Meißner zusammen. Auch in diesem Jahr gibt es die Kampagne „Alkohol? Kenn Dein Limit“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf dem Festival, zum ersten Mal ist in diesem Jahr das Musikszeneprojekt „Drogerie“ der Suchthilfe in Thüringen dabei.

„Bei beiden Projekten ist uns sehr wichtig, dass wir nichts verbieten wollen, sondern mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen und ihnen unsere Hilfe anbieten wollen“, erklärt Harald Nolte von der Fachstelle für Suchthilfe und Prävention.

Beim Projekt „Alkohol? Kenn Dein Limit“ werden geschulte, junge Leute auf dem Werdchen und dem Campingplatz unterwegs sein und mit Kleingruppen von Besuchern mithilfe eines Fragebogens ins Gespräch kommen. „Mit dieser Kampagne soll nicht für den Verzicht auf Alkohol plädiert, sondern auf einen kritischen und verantwortungsbewussten Konsum hingewiesen werden“, erklärt Nolte. Das Projekt „Drogerie“ wird mit einem Wohnwagen zwischen dem Campingplatz und der Seebühne stationiert sein. „Ziel dieses Projekts ist es, junge Konsumenten von illegalen Drogen dort zu erreichen, wo andere Institutionen der Suchthilfe keinen Zugang finden, direkt bei der Party vor Ort“, so Nolte. Vor Ort soll niedrigschwellig über Wirkungen, Risiken und Folgen aufgeklärt werden. Am Wohnwagen können die Jugendlichen bei Wasser und Obst eine Pause vom Feiern einlegen und ausruhen.

„Wenn die Jugendlichen Fragen haben oder Hilfe benötigen, steht ihnen das Team vor Ort zur Seite. Junge Menschen, die Drogen konsumieren, suchen in der Regel keine Beratungsstellen auf, da der eigene Konsum als unproblematisch angesehen wird, so ergab sich daraus der Bedarf, neue Wege zu gehen, um die Zielgruppe des Projektes zu erreichen“, sagt Nolte.

Übrigens: Die Zahlen der Jugendlichen, die während des Open Flair mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert wurden, sind nicht anders als im restlichen Jahr. „Wir lassen uns immer die Zahlen geben, und es ist gut zu wissen, dass weder beim Johannisfest noch beim Open Flair die Zahlen rapide in die Höhe steigen, trotzdem wollen wir vor Ort sein und mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen“, so Nolte abschließend.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare