Fragen und Antworten zum neuen System

Neueinführung: Im Mai wird erstmals eine Gelbe Tonne in Eschwege geleert

+
Erklären, wie die Gelbe Tonne in Eschwege funktioniert: (von links) Betriebsleiter Marco Diegel, Geschäftsführer Holger Kachel, Bürgermeister Alexander Heppe und Bauhofchef Uwe Schäffer. 

In Eschwege löst die Gelbe Tonne im kommenden Jahr die Gelben Säcke ab. Ab April wird geliefert, im Mai geht's los. Eschwege ist die einzige Kommune, die umstellt.

Das haben die politischen Gremien beschlossen. Eschwege geht bei der Müllabfuhr eigene Wege, gehört nicht dem Abfallzweckverband an, in dem die meisten Städte und Gemeinden im Kreis organisiert sind. Die Entsorgung von Verpackungsmüll bezahlen die Verbraucher bereits mit dem Kauf des Produktes. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Ab wann werden die Tonnen verteilt?

Im April kommenden Jahres bekommen alle Eschweger Haushalte Gelbe Tonnen geliefert. Die sind allerdings nicht gelb, sondern schwarz mit gelbem Deckel.

Wann löst die Tonne die Säcke ab?

Im Mai. Während einer dann beginnenden Übergangsphase von etwa sechs Monaten werden beide Behältnisse – Säcke und Tonnen – parallel abgefahren.

Wer übernimmt in der Kreisstadt die Einsammlung?

Den Auftrag hat die Firma Umweltservice Wartburgregion mit Sitz in Eisenach bekommen. In deren Auftrag fährt die Firma Fehr die Tonnen ab.

Wie viel Kunststoffabfall fällt durch die Umstellung in Eschwege weniger an?

Allein in Eschwege fallen zwischen 25 und 30 Tonnen Plastikabfall pro Jahr weniger an. Rund 750 000 Gelbe Säcke haben die Eschweger bisher pro Jahr benötigt. Im gesamten Werra-Meißner-Kreis werden pro Jahr rund drei Millionen Säcke ausgegeben – dreimal so viele, wie eigentlich nur für die anfallenden Verpackungen benötigt würden, schätzt Marco Diegel von der Entsorgungsfirma Fehr.

Warum werden so viel Gelbe Säcke mehr beansprucht als eigentlich nötig?

„Weil die Säcke für alles mögliche verwendet werden, nur nicht für den eigentlichen Zweck“, sagt Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe. Selbst als Schutzabdeckung bei Malerarbeiten würden die Säcke benutzt.

Welches sind die wesentlichen Vorteile neben dem Umweltaspekt?

Bei starkem Wind machen sich die Säcke oft selbstständig, Tiere reißen sie auf, der Müll fliegt in der Landschaft umher. Das fällt mit der Umstellung weg.

Wie groß sind die Tonnen und wie oft werden sie in Eschwege und den Stadtteilen abgefahren?

Die Tonnen haben ein Volumen von 240 Litern und werden im vierzehntägigen Rhythmus geleert.

Welche Erfahrungen hat der Entsorger Umweltservice Wartburgregion in anderen Kommunen mit der Tonne gemacht?

Durchweg positive, wie Geschäftsführer Holger Kachel berichtet. Im Wartburgkreis gibt es die Tonne seit 1993, in der Stadt Eisenach seit acht Jahren. „Heute möchte keiner mehr tauschen“, sagt Kachel.

Warum führen die anderen Städte und Gemeinden im Werra-Meißner-Kreis die Gelbe Tonne nicht anstelle der Säcke ein?

Es wird damit argumentiert, dass neben dem Platz für die Restmüll-, die Bio- und die Altpapiertonne ein Stellplatz für ein weiteres Behältnis benötigt würde. Das wollten die Verbraucher nicht. Auch könne in der Tonne leichter als in den Säcken Müll entsorgt werden, der nicht hinein gehört.

Wird die Gelbe Tonne tatsächlich zur Entsorgung von Fremdabfällen missbraucht?

Das ist nach Angaben Holger Kachels tatsächlich so. „Es gibt nichts, was wir nicht darin finden“, sagt er. Selbst Autobatterien seien schon in dem Behältnis aufgetaucht. Wer erwischt wird, wird beim ersten Mal verwarnt, beim zweiten Mal droht der Entzug der Tonne.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare