Geldstrafe: 37-Jähriger handelt mit gefälschter Ware

Werra-Meißner/Kassel. Wegen Markenpiraterie auf dem Pfingstflohmarkt des Metro-Einkaufszentrums in Kassel wurde am Donnerstag ein 37-jähriger Mann aus dem Werra-Meißner-Kreis zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je zehn Euro verurteilt.

Zusammen mit einem weiteren, 60-jährigen Mann aus Kassel hatte er auf dem Flohmarkt einen Stand betrieben, an dem er laut Anklage mit gefälschten Markenartikeln gehandelt haben soll.

Es handelte sich dabei um mehr als 900 Artikel wie Taschen, Sonnenbrillen und Parfums, die als Originalprodukte unter anderem von Nobelmarken wie Chanel, Armani und Ray Ban ausgegeben wurden. Ein Zeuge meldete den Stand schließlich bei der Polizei. Der Angeklagte – der nur gebrochen Deutsch spricht und vor Gericht von einem Dolmetscher unterstützt wurde – war anschließend von der Polizei als Besitzer des Standes ausgemacht worden. Das bestritt der jedoch in der Verhandlung und gab an, lediglich dort ausgeholfen zu haben. Er habe außerdem nicht gewusst, dass der Verkauf der Sachen illegal sei, gab er vor Gericht an.

Laut Staatsanwaltschaft leistete der Angeklagte einen wesentlichen Beitrag zum Geschehen, da dieser nicht nur beim Transport der Waren und Aufbau des Stands geholfen, sondern auch die Anmeldung des Stands auf dem Flohmarkt übernommen hatte. Das stellte sich im Laufe der Verhandlung heraus. Die Aussagen des Angeklagten zeigten außerdem, dass er gewusst haben muss, dass es sich bei den an dem Stand angebotenen Produkten um Fälschungen handelte.

Die Verteidigung hob dagegen hervor, dass der Angeklagte lediglich Beihilfe geleistet habe, da die Waren dem anderen, älteren Mann gehörten, was dieser vor Gericht auch zugab. Das Gericht befand jedoch, dass die Beiträge des Angeklagten – besonders die Standanmeldung und sein Wissen über die Fälschungen – zu umfassend seien, um als bloße Hilfestellungen zu gelten. (sch)

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