Uni-Studie: Bürger sehen Kooperation der Kommunen positiv

Gemeinden sollten zusammenarbeiten

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Zusammenarbeit: Beim Winterdienst eher unproblematisch, beim Bauhof gibt es wieder mehr Bedenken.

Eschwege. Die Menschen im Werra-Meißner-Kreis stehen einer engeren Zusammenarbeit ihrer Gemeinden aufgeschlossen gegenüber. Das hat eine Studie der Universität Kassel ergeben, die im vergangenen September Menschen aus der Region nach ihrer Einstellung zu interkommunaler Zusammenarbeit befragte.

Bis zu 65 Prozent der Befragten befürworten eine Zusammenarbeit ihrer Kommunen. Kleinere Gemeinden stünden angesichts des demographischen Wandels und prekärer Haushaltslagen vor Herausforderungen, für die interkommunale Zusammenarbeit eine Lösung sein könne, sagt Prof. Dr. Ivo Bischoff von der Uni Kassel, der die Studie federführend betreute. Grundsätzlich versprächen sich die Bürger Kostenersparnis und mehr Qualität davon. „Von einer breiten Ablehnungsfront, wie sie manchmal von Kommunalpolitikern dargestellt wird, kann keine Rede sein“, sagt Bischoff.

Allerdings komme es darauf an, wo es eine Zusammenarbeit geben soll: In technischen Bereichen wie Winterdienst oder Verwaltung stoße sie eher auf Zustimmung. „Da sind die Bürger im Wesentlichen leidenschaftslos“, sagt Bischoff. Witzenhausens Bürgermeisterin Angela Fischer (CDU) kann das bestätigen. Im Bereich der EDV arbeite Witzenhausen mit elf Kommunen im Kreis zusammen, wovon alle profitieren und niemand Einschnitte zu erwarten habe.

In anderen Bereichen hingegen gebe es zwar erst einmal viel Zustimmung, „die Schwierigkeit zeigen sich im Detail“, sagt Fischer. Angst vor Einschnitten Wenn etwa Bauhöfe zusammengelegt werden sollen, stelle sich schnell die Frage, welcher Marktplatz zuerst geräumt werde oder ob Stellen abgebaut werden. „Da nehmen die Bedenken dann zu“, sagt Fischer. Dennoch sehe sie interkommunale Zusammenarbeit als „unverzichtbaren Ansatz“.

Von Sina Beutner

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