Rückgang der Geschwindigkeitsübertretungen im Kreis

Gemeinden zahlen beim Blitzen drauf

Werra-Meißner. Längst kein einträgliches Geschäft mehr sind Tempokontrollen auf den Straßen im nördlichen Werra-Meißner-Kreis. Während im Jahr 2010 noch 7769 Geschwindigkeitsübertretungen gemessen worden waren, sind die Zahlen deutlich zurückgegangen. Im ersten Halbjahr 2013 sind gerade noch 1029 Fälle aufgelaufen.

Mittlerweile sind die Geschwindigkeitsmessungen für die Kommunen Bad Sooden-Allendorf, Berkatal, Großalmerode, Hessisch Lichtenau, Neu-Eichenberg und Witzenhausen sogar ein Verlustgeschäft. Allein im ersten Halbjahr lag das Minus bei knapp 37 000 Euro, die sich die sechs Kommunen im gemeinsamen Ordnungsbehördenbezirk teilen. Im ganzen Jahr 2012 betrug der Verlust 29 000 Euro.

Dafür gibt es nach Einschätzung der Verwaltung in Witzenhausen verschiedene Gründe. An mehreren Stellen stünden inzwischen festinstallierte Anlagen, diese Messpunkte seien weggefallen. Außerdem sei die in die Jahre gekommene Blitzanlage recht auffällig. „Und viele Fahrer bekommen Warnungen über Radio und Handy-Apps“, sagte Witzenhausens Bürgermeisterin Angela Fischer (CDU).

Um für Sicherheit zu sorgen, messe man auf Wunsch der beteiligten Kommunen auch in Wohngebieten, wo nicht so viel Verkehr herrscht. Dort seien dann auch weniger Einnahmen zu erzielen. Zunehmend mehr ertappte Autofahrer setzten sich zudem rechtlich zur Wehr.

Mit einem Plus von etwa 65 000 Euro fiel die Bilanz 2012 für den Ordnungsbehördenbezirk im südlichen Kreis dagegen positiv aus. Allerdings gebe es auch hier einen Rückgang der festgestellten Verstöße, sagte Eschweges Kämmerer Reiner Brill. Bis Ende 2013 rechne er mit etwa 12 500 Fällen aus. Im vorigen Jahr waren es über 19 000. Grund dafür seien personelle Probleme, nicht aber ein verbessertes Verhalten im Straßenverkehr. HINTERGRUND, SEITE 2

Von Claas Michaelis

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare