Gemeinsam Lernen in den Ferien

Eschwege: Sommercamp an der Brüder-Grimm-Schule sorgt für Begeisterung

Anton Roth sitzt im Klassenraum beim Unterricht vor seinem Tisch und schaut in die Kamera.
+
Die Begeisterung ist ihm anzusehen: Brüder-Grimm-Schüler Anton Roth hat Spaß am Unterricht.

Ein Sommerferiencamp hat die Brüder-Grimm-Schule am Eschweger Leuchtberg in den ersten zwei Ferienwochen angeboten. Das war von Erfolg gekrönt.

„Wir wollten unseren Schülern der Klassen fünf bis neun die Gelegenheit geben, ihre Kompetenzen in den Hauptfächern zu erweitern und sich fit fürs kommende Schuljahr zu machen“, erklärt Schulleiterin Ute Walter. Organisatorin Paulina Talar hatte dafür 80 Stundenpläne für die Fächer Deutsch, Englisch, Mathematik und Französisch erstellt.

Er sei am Anfang skeptisch gewesen, sagt Fünftklässler Anton Roth mit einem Lächeln, aber jetzt mache es ihm sehr viel Spaß, auch weil er so einige Klassenkameraden wiedergesehen habe, die in den vergangenen Schulwochen in der anderen Klassenhälfte Unterricht hatten.

Entspannte Lernatmosphäre im Unterricht

„Englisch während der Schulschließungen war für die Fünftklässler besonders schwierig“, erklärt Englischlehrer Johannes Csenar, „weil jede Sprache von der Interaktion lebt.“ In der Deutschgruppe liest Henrik Schülbe den ersten Satz aus Tanja Zimmermanns Kurzgeschichte Sommerschnee: „Mir ist alles so egal, ich fühle mich gut.“

Die Siebtklässler schmunzeln, die Atmosphäre ist entspannt, das Thema haben sie selbst vorgeschlagen. Für Lehrer Björn Franz ist es eine Selbstverständlichkeit, noch zwei Wochen in die Ferien hinein zu unterrichten. „Es ist ein Superangebot für unsere Kids, und es bleiben ja immer noch vier Wochen zur Erholung“, erklärt er.

Das sieht Ute Rheinhardt genauso, die im Fach Französisch nicht nur Grammatikübungen aus dem Lehrbuch anbietet, sondern für ihre Achtklässler auch Lieder des Youtubers „Squeezie“ vorbereitet hat. Sie habe sich für das Sommercamp auch deshalb zur Verfügung gestellt, weil ihr in diesem Jahr das gewohnte Abschlussgefühl fehlte, sagte Rheinhardt.

Direkter Kontakt zu den Mitschülern hat gefehlt

„Ich finde es toll, dass Frau Rheinhardt uns Französischunterricht gibt“, lobt Lina Zühlke ihre Lehrerin. Louis Schiller ergänzt: „In der Corona-Zeit hat mir am meisten der direkte Kontakt zu Mitschülern und Lehrern gefehlt. Ich bin froh, dass es jetzt wieder Unterricht gibt. Dafür bin ich auch gern in den Ferien gekommen.“

Mathematiklehrerin Kerstin Knauft sind Spaß und spielerisches Lernen sehr wichtig. Während der Schulschließungen hätten die Schüler Aufgaben selbstständig bearbeitet. „Jetzt haben wir die Gelegenheit, gemeinsam und ohne den üblichen Notendruck Aufgaben noch einmal anzuschauen, bei denen die Klasse Probleme hatte, und ich kann das ein oder andere noch einmal erklären.“

Bei all den guten Erfahrungen spricht nichts gegen eine Neuauflage des Sommercamps im kommenden Schuljahr – dann aber hoffentlich unter günstigeren Vorzeichen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare