Am Flair-Wochenende über 700 Unterschriften gesammelt

Gemeinsam für Menschenrechte: Eschweger Amnesty-Gruppe sucht Mitglieder

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Fleißig auf Unterschriftenfang: Lukas Renke von der Eschweger Amnesty-Gruppe mit Aushilfe Heike Schrinner am Stand während des Open Flairs.

Eschwege. 773 Unterschriften in zwei Tagen – die Eschweger Ortsgruppe von Amnesty International war am Flair-Wochenende mit einem Stand am Stad vertreten und hat Unterschriften für verschiedene Menschenrechtsprojekte und für die Freilassung politischer Gefangener gesammelt.

Mit großem Erfolg, wie Vorsitzende Insa Geppert und Sprecher Norbert Schrinner betonen: „So viele Unterschriften in nur zwei Tagen, das ist ein richtig gutes Ergebnis.“

Gesammelt wurden zum einen Unterschriften für gewaltlose politische Gefangene und für Menschenrechte in Weißrussland, dafür mehr Flüchtlinge aufzunehmen und für die Abschaffung der Todesstrafe in Weißrussland. „Weißrussland ist das einzige Land in Europa, in dem es noch die Todesstrafe gibt“, sagt Geppert.

Zwei Tage waren die Mitglieder von morgens bis abends am Stad vertreten, um für die Menschenrechte einzutreten. Keine so leichte Aufgabe, denn die Eschweger AI-Gruppe hat ein akutes Mitgliederproblem. „Derzeit sind wir noch neun Mitglieder“, sagt Geppert. Davon sei die Mehrheit im Rentenalter und die einzigen drei jungen Mitglieder würden zudem bald zum Studieren wegzuziehen.

Dringend Mitglieder gesucht

Die Gruppe ist also händeringend auf der Suche nach neuen Mitgliedern. „Wir würden auch den Aufbau eine Amnesty-Jugendgruppe unterstützen und mit Rat und Tat zur Seite stehen“, sagt Schrinner. Das Schöne an Amnesty sei, dass hier jeder mitmachen könne, der sich zu den grundlegenden Menschenrechten bekenne - ganz ohne Vorkenntnisse. „Bei uns kann sich jeder so einbringen, wie er möchte und es schafft - alles ist freiwillig“, sagt Schrinner. Einmal im Monat - derzeit jeden letzten Dienstag - treffen sich die Mitglieder, um Aktionen zu planen und die neuesten Informationen aus der Koordinierungsgruppe in Berlin zu besprechen. Etwa drei- bis viermal im Jahr gibt es dann einen Stand, wie eben am Flair-Wochenende. „Alles andere, wie Briefe schreiben oder Büroarbeit kann man prima von Zuhause erledigen“, sagt Schrinner.

"Lohnende Arbeit"

Oft würde er gefragt, ob sich die Arbeit bei Amnesty eigentlich lohne. Schrinners Antwort ist klar: „Viele Menschen würden heute noch unschuldig in Gefängnissen und Straflagern sitzen, wenn Amnesty nicht für sie eingetreten wäre.“ Da halte er es wie Konfuzius: „Es ist besser ein einziges Licht anzuzünden, als über die Dunkelheit zu klagen.“ Diesem Zitat folgend hatte der Begründer von Amnesty International, der britische Rechtsanwalt Peter Benenson, eine Kerze umwickelt mit Stacheldraht als Logo für die nichtstaatliche Organisation angeregt. Für Geppert gibt es aber noch einen wichtigen Grund sich zu engagieren: „Wenn man die vielen Briefe der Gefangenen liest, denen man Hoffnung geben konnte, das ist einfach bewegend.“

Von Diana Rissmann

Weitere Infos:  Wer sich über eine Mitarbeit bei der Amnesty-Gruppe informieren möchte, kann sich mit Insa Geppert unter Tel. 05651/13730 in Verbindung setzen. Die Gruppe bietet auch an, mit Informationsmaterialien in Schulen zu kommen.

Hintergrund: Gegründet 1961 aus Empörung

Amnesty International ist eine nichtstaatliche und gemeinnützige Organisation, die sich weltweit für Menschenrechte einsetzt. Wichtigster Grundsatz der Organisation: Absolute finanzielle und politische Unabhängigkeit. Die Geburtsstunde der Gruppe war am 28. Mai 1961, an diesem Tag hatte sich der britische Rechtsanwalt Peter Benenson über die Festnahme von zwei Studenten aus Portugal empört, die damals von ihrem Recht auf Meinungsfreiheit Gebrauch gemacht hatten und in einem Café auf die Freiheit angestoßen. Benenson veröffentlichte einen Artikel in der Wochenzeitschrift „The Observer“ („Der Beobachter“) mit einem Amnestie-Appell, in dem er die Leser aufforderte, mit Briefen öffentlichen Druck auf die Regierung auszuüben. Heute setzen sich mehr als drei Millionen Menschen in über 150 Ländern ein und sorgen so gemeinsam dafür, dass die politischen Gefangenen dieser Welt nicht in Vergessenheit geraten. Beteiligen kann man sich als Mitglied einer Ortsgruppe, oder auch als Einzelperson, in dem man Petitionen unterschreibt.

www.amnesty.de

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