Seniorenwohnungen: In Niederhone entsteht ein Modellprojekt 

Beide Gebäude integriert: Zwölf Zimmer mit oder ohne Nasszelle im Parterre beider Häuser und zwei Wohnungen rechts oben sollen noch in diesem Jahr bezogen werden. Fotos: Mayer

Niederhone. Die gemeinnützige Stiftung Hospital St. Elisabeth errichtet im Baumgarten 2 in Niederhone eine ambulant betreute Wohngemeinschaft.  Der ehemalige Getränkehandel mit Wohn- und Verwaltungsgebäude wird für 1,5 Millionen Euro umgebaut.

Es handelt sich um eine wohnortnahe Versorgung als dritte Angebotsform zwischen stationärer und häuslicher Pflege.

Dafür entstehen Zimmer und Gemeinschaftsräume im Parterre für zwölf Personen, die als normale Mieter einziehen, wenn die Wohngemeinschaft zustimmt. Pflegerische und sonstige Dienstleistungen können bei Bedarf in Anspruch genommen werden, im optimalen Fall übernimmt das der von zu Hause gewohnte Pflegedienst, erläutert Torsten Rost, Leiter des städtischen Seniorenheims Vor dem Brückentor den Modellcharakter des Hauses. Die Wohngemeinschaft wird von einer Betreuungskraft begleitet, die Mieter beauftragen einen oder mehrere Pflegedienste.

Angehörige haben Einfluss auf die Qualität der Versorgung, es besteht eine starke Stellung gegenüber Pflege und Betreuung und gleichzeitig ist das Engagement von Angehörigen sehr viel stärker gefragt und notwendig als in Einrichtungen, in denen vieles von einem Betreuer geregelt wird.

Die Kosten, die sich aus Miete, Pflege und Betreuung sowie Haushaltsgeld zusammensetzen sind niedriger als eine herkömmliche Heimunterbringung, sagt Erster Stadtrat und Sozialdezernent Reiner Brill. Die Hauptverantwortung für die Qualität der Versorgung liegt bei den Nutzern selbst und den beauftragten Pflegediensten. Dieses Prinzip nennt man „geteilte Verantwortung“, sagt Brill und schließt nicht aus, dass auch in anderen Stadtteilen ähnliche Einrichtungen entstehen könnten. Niederhone und hier die hellen geräumigen Zimmer in zentraler Lage seien nur der Anfang, denn der Großteil der Menschen möchte zu Hause gepflegt werden und sterben. Dem komme das Leben in WGs sehr nahe, sagt Torsten Rost. Bei ihm können sich Interessenten oder Angehörige melden, Tel. 0 56 51/7 45 27 14. Im Obergeschoss gibt es noch zwei Wohnungen, die sich für Angehörige/Ehepartner eignen, aber auch sonst von jedermann gemietet werden können, einmal 40 und einmal 70 Quadratmeter. Das Haus ist barrierefrei und hat einen Fahrstuhl, Inbetriebnahme noch dieses Jahr.

Von Helmut Mayer

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