VERGANGENHEIT HEUTE (5)

Geschichte auf der Spur

Eine Puppe - als Handwerker - sitzt an einem Arbeitsplatz.
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Momentan geschlossen: Museumsleiterin Ulrike Hahn und Ehemann Lothar Hahn halten das Museum instand.

Die kleinen Museen unserer Region haben einiges zu bieten. In unserer Serie „Vergangenheit heute“ werfen wir einen Blick in die Ausstellungen.

Wichmannshausen – Das Wichmannshäuser Museum befindet sich im alten Boyneburger Schloss und stellt das bäuerliche Leben in früheren Zeiten rund um die ehemalige Reichsburg Boyneburg dar.

Geschichte

Der Museumsverein gründete sich bereits 1972 in Waldkappel-Bischhausen. Fünf Jahre später wurde ein Teil des Boyneburger Schlosses kostenfrei für das Museum zur Verfügung gestellt. Im Laufe der Jahre wurden die Räumlichkeiten renoviert und als Austellungssräume hergerichtet.

Museum heute

Der Museumsvorstand um den Vorsitzenden Arno Maske und Museumsleiterin Ulrike Hahn kümmert sich um den Erhalt des Museums. Vor der Schließung aufgrund der Corona-Pandemie wurden auch regelmäßige Veranstaltungen wie Weihnachtsmärkte, Museumsnächte oder Flohmärkte organisiert.

Rundgang

„Wir sind ein Museum zum Anfassen. Alles, was nicht hinter Glas ist, darf angefasst und ausprobiert werden“. Das ist Museumsleiterin Ulrike Hahn besonders wichtig. Der Rundweg beginnt in einer alten Küche. Der dortige Ofen wird auch heute noch zum Waffeln backen oder zum Warmhalten benutzt.

Der nächste Raum hält ein Highlight für Kinder bereit. Durch ein Fenster im Boden kann man in das Gewölbe nach unten blicken. Auch in der Wohnstube im ersten Stock sind einige interessante Dinge zu entdecken, zum Beispiel ein sogennanter Röhntisch, der auf den ersten Blick nicht viel hermacht, beim Öffnen der Tischplatte aber viele Geheimfächer offenbart.

Momentan geschlossen: Museumsleiterin Ulrike Hahn und Ehemann Lothar Hahn halten das Museum instand. 

Im benachbarten Weberzimmer steht ein funktionsfähiger Webstuhl, den Besucher ausprobieren können. Das Zimmer beschäftigt sich ebenso mit der Flachsverarbeitung.

Um die Faser zu gewinnen, wurden die Halme über ein kammartiges spitzes Gerät, Hechel genannt, gezogen. „Viele sagten auch „Schwiegermuttersitz“ dazu, denn das wurde der Schwiegermutter manchmal auf den Stuhl gelegt“, scherzt Lothar Hahn.

Das nachfolgende „Kratzenbergzimmer“ wurde aus dem Nachlass einer Bäuerin eingerichtet und zeigt, was der Frau nach einem langen Arbeitsleben blieb. Dazu zählen einige Haushaltsgegenstände, Kleidung und eine Bibel.

„Die Kinder halten die alte Dame immer für arm, aber sie war eigentlich reich, weil sie etwas zu vererben hatte“, erzählt Hahn. Ein Zimmer mit altem Spielzeug und einer Schule sei für die Kinder ebenfalls interessant. Griffel und Schiefertafel können auch ausprobiert werden.

Besichtigung

Momentan ist das Museum aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen und der Museumsverein richtet die Museumsräume gerade neu her. Nächtes Jahr, hofft Museumsleiterman Hahn, könne man vielleicht wieder traditionell am 1. Mai im Rahmen eines Flomarktes die Türen für Besucher öffnen. (Von Anna Schellhase)

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