Gewerbsmäßiger Betrug: Eschweger nutzte Kreditkartendaten aus dem Darknet

Eschwege. Zu einer Gesamt-Freiheitsstrafe von drei Jahren und acht Monaten wurde gestern ein 29-jähriger Mann aus Eschwege vor dem Amtsgericht verurteilt. Der Mann hatte gestanden, in 42 Fällen gewerbsmäßig betrogen zu haben.

Unter anderem kaufte er Ware unter falschem Namen im Internet oder verkaufte Artikel, die er niemals besessen hat, über Online-Auktionshäuser wie Ebay. Wegen ähnlicher Vergehen wurde der Mann bereits verurteilt. 19 Monate der Gesamt-Freiheitsstrafe hat er bereits abgesessen.

Im Darknet (siehe Hintergrund) hatte sich der 29-Jährige illegal Kreditkartendaten besorgt. Auf seinem Computer fand die Eschweger Polizei eine ganze Reihe von geklauten Daten. Unter falschem Namen und mit Scheinadressen kaufte der Mann anschließend im Internet ein. Bevorzugt Elektronikartikel wie Smartphones, Laptops, Fernseher oder Spielekonsolen gehörten zu seinem Beuteschema. Die Rechnungen bezahlte er nicht. Gleichzeitig versteigerte er Ware bei Ebay, für die er Fotos fälschte, und lieferte nicht. Bekleidung, die er im Versandhaus Zalando bestellte, benötigte er für sich selbst.

Er habe erst aus Geldnot gehandelt, um seinen Lebensbedarf mit dem Geld zu bestreiten, sagte sein Anwalt Thomas Penneke aus Rostock. Später hätten sich die kriminellen Machenschaften dann verselbstständigt und er habe eine erträgliche Einnahmequelle gehabt. Fast 20 000 Euro Schaden hat er damit in den Jahren 2014 und 2015 angerichtet. Fast 10 000 Euro waren es während eines einjährigen Aufenthaltes in Mecklenburg-Vorpommern. Er bereue seine Taten, sagte der Angeklagte, und sei zu einer Schadenwiedergutmachung bereit.

In seinem Urteil folgte das Schöffengericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Richter glaubten ihm, reinen Tisch machen zu wollen. Dazu habe auch das frühe Geständnis nach seiner Festnahme beigetragen. Hintergrund, Zum Tage

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