Nordhessische Arbeitnehmervertretung schlägt Alarm

Bauarbeitern droht Gehaltslücke:Gewerkschaft fordert höheren Mindestlohn in der Branche

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Nordhessen: Gewerkschaft fordert höheren Mindestlohn in der Branche

Die Gewerkschaft IG Bau plädiert für höhere Mindestlöhne in der Bau-Branche. Die Arbeitnehmervertreter fürchten die Dumping-Konkurrenz aus dem In- und Ausland.

Denn bleibe eine deutliche Lohnsteigerung aus, sei das ein Lockruf an alle Billig-Firmen aus dem In- und Ausland, als Dumping-Konkurrenz auf den Markt zu drängen, fürchtet Klaus Michalak, Bezirksvorsitzender der Gewerkschaft IG Bau Nordhessen. 

Dringend gefordert sei nun die Arbeitgeberseite: Die Zustimmung von Bauhandwerk und Bauindustrie aber lasse bislang auf sich warten. Eine entsprechend gesetzte Frist läuft am heutigen Freitag, 17. Januar, ab.

Vorsitzender aus Nordhessen erklärt

Zum Hintergrund: Die Gewerkschaft IG Bau hat schon im Dezember höheren Mindestlöhnen in der Branche zugestimmt. Ein Schlichterspruch sieht vor, dass diese Branchen-Mindestlöhne auf dem Bau ab April steigen – und zwar auf 12,55 Euro für Hilfsarbeiten (Mindestlohn 1) und auf 15,40 Euro für Facharbeiten (Mindestlohn 2). „Das sind die Lohn-Stoppschilder nach unten. Und genau die braucht der Bau dringend“, erklärt Klaus Michalak.

Eine drohende Lohnlücke bei den rund 1200 Bauarbeitern im Werra-Meißner-Kreis befürchtet die Gewerkschaft außerdem: Um bis zu zehn Euro könnten die Löhne pro Stunde auf den hiesigen Baustellen auseinandergehen. Denn Bauarbeiter, die keinen Tariflohn bekommen, müssten sogar um ihren Branchen-Mindestlohn fürchten. 

Bau-Innung Werra-Meißner sieht sich nicht in der Pflicht 

„Unabhängig vom Schiedsspruch zahlen die Innungsbetriebe im Werra-Meißner-Kreis bereits Löhne, die deutlich über dem Bau-Mindestlohn liegen“, entgegnet Robert Kunz, Obermeister der Bau-Innung Werra-Meißner.

Die Bauwirtschaft stehe vor Herausforderungen, bestätigt Rainer von Borstel, Hauptgeschäftsführer des Verbandes baugewerblicher Unternehmer Hessen, auf Anfrage unserer Zeitung. „Diesen können wir nur mit qualifizierten Mitarbeitern begegnen und diese müssen ein gutes Gehalt bekommen. 

Wir haben als Arbeitgeber ein Interesse daran, dass es einen verbindlichen, attraktiven Baumindestlohn in Deutschland gibt. Dieser Verantwortung sind wir uns bewusst und werten den Schlichterspruch dementsprechend.“

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