Offizielle Eröffnung der Aufwind-Geschäftsstelle im frisch sanierten Klages-Gebäude

Ein Gewinn für die Stadt

Neu im Bilde: Aufwind-Vorstandsmitglied Hartmut Kleiber, Architekt Phillip Krebs und Projektkoordinatorin Claudia Muth empfangen zur Eröffnungsfeier die Glückwünsche und Präsente der Gäste zur Fertigstellung der neuen Geschäftsstelle des Vereins. Foto: Weber

Eschwege. Seit 2012 wurde das Gebäude auf dem sogenannten Klages-Gelände gegenüber der Neustädter Kirche vom Verein Aufwind umfangreich saniert und umgebaut. Zur offiziellen Eröffnung gratulierten jetzt die Vertreter der Politik, der Vereine und Verbände, der Stadt und des Landkreises.

Landrat Stefan Reuß blickte lächelnd auf die kleine Maurerkelle in seiner Hand, mit der jedem Redner das Wort erteilt wurde. „Wenn man bei Aufwind zu Gast ist, wird entweder ein Jubiläum gefeiert oder es wird wieder etwas neues eingeweiht“, sagte er. Denn erst vor zwei Jahren stellte der Verein, der Menschen mit einer seelischen Behinderung bei der Bewältigung ihres Arbeits- und Alltagslebens hilft, mit seinem Wohnheim am Brühl ein ambitioniertes Sanierungsprojekt fertig.

Städtebaulich erwies sich dieser Umbau als Gewinn für die Stadt, ist Bürgermeister Alexander Heppe der Meinung, denn so konnte die Eschweger Innenstadt mit neuen Akzenten belebt werden. „In alte Bausubstanz gehören neue Ideen und neues Leben“, sagte Heppe. Deshalb förderte die Stadt die Sanierung des lange brachliegenden Industriegebäudes in der Neustadt mit 600 000 Euro aus den Mitteln des Stadtumbauprogramms und der Städtebauförderung.

In das Gebäude, das innen mit modernen Büros ausgebaut wurde, sind seit Januar der Vorstand des Vereins, die Geschäftststelle sowie die Beratungsstellen eingezogen. Die ehemalige Stadtbaurätin Gabriele Nießen, die das Projekt mitbetreut hat, ist hoch zufrieden mit dem Resultat. „Ich hoffe vor allem, dass dieser Umbau ein Anstoß für andere Bauherren sein kann, sich der historischen Bausubstanz zu widmen“, so Nießen.

Sanierung mit Tücken

Architekt Phillip Krebs von der Foundation 5 Plus und Projektkoordinatorin Claudia Muth von Aufwind berichten, dass aber natürlich auch diese Sanierung ihre Tücken hatte. So musste nicht nur der Mauerschwamm besiegt werden, sondern auch die historische Kammputz-Fassade nach Auflagen des Denkmalschutzes erhalten werden. Deshalb wurde die Dämmung der Frontseite des Gebäudes nach innen verlegt. Wichtig war es Phillip Krebs, die Geschlossenheit des Gebäudes aufzubrechen und Licht in die Räume zu bringen.

„Als Architekten ist es unsere Aufgabe, zu schauen, was möglich ist und dann auch noch das gewisse Plus mit in das Gebäude einzubringen“, sagte Krebs. Das Plus für ihn ist es, ein graues Leerstandsgebäude, das aus einem Franz-Kafka-Roman hätte stammen können, in ein lebendiges Schmuckkästchen, das wieder Leben in die Neustadt bringt, verwandelt zu haben.

„Nicht zuletzt müssen wir aber auch immer daran denken, für wen wir das alles machen - für die Menschen, die Unterstützung benötigen“, sagte Dekan Dr. Marin Arnold. Alexander Heppe ist zuversichtlich, dass sich die Sanierung auf lange Sicht nicht allein als ein Umbau im Be-stand erweist, sondern als Umbau mit Bestand.

Von Kristin Weber

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