Abschlussgottesdienst zur Feier der 30 Jahren Partnerschaft von Bellary und Eschwege

Gläubige sind ein Tempel

Ehrung auf indisch: von links Ravikumar Niranjan und Dekan Isaac Mathew ehren Pfarrer Rolf Hocke auf indische Art. Glückwünsche gibt auch Subash Chand, Konsul der Republik Indien. Fotos: Weber

Eschwege. „Was bedeutet das Wort Kirche für Christen heute?“, fragte Bischof Ravikumar Niranjan in der Marktkirche in Eschwege. Sei die Kirche nur ein Gebäude, eine Institution? Müsse die Kirche sich verwandeln, um mit einer sich immer schneller verändernden Welt mithalten zu können? Solle sie mehr tun, als nur um ihr eigenes Überleben zu kämpfen?

In seiner Diözese Karnataka Nord der Kirche von Südindien betrachtet der Bischof den Glauben aus einem anderen Blickwinkel. Dort ist das Christentum tatsächlich eine Religion von unten, wie die frühe christliche Kirche es war.

Die getauften Mitglieder in Südindien gehören der untersten gesellschaftlichen Kaste an, den Unberührbaren. In Europa erleben der Bischof und sein Begleiter, Dekan Issac Mathew, hingegen Ermüdungserscheinungen - etwa, wenn sie mit Schülern der Adam-von-Trott- Schule über ihren Glauben sprechen. Im Festgottesdienst, mit dem die Feier der 30-jährigen Partnerschaft der Kirchenkreise Bellary und Eschwege ihre Höhepunkt fand, plädiert Ravikumar Niranjan dazu, Kirche im Ursprung des Begriffs zu begreifen, als Gemeinschaft der Gläubigen. „Im Neuen Testament ist jeder Gläubige Teil des Tempel Gottes. Jeder von uns mit unserem ganzen Sein ist ein mobiler Tempel“, sagte der Bischof. In unserer Welt rückten Kulturen und Religionen näher zusammen. In dieser Vielfalt sei jeder Christ zum Handeln aufgefordert, sein Leben aktiv zum Gottesdienst zu machen. Als letztes wünschte er sich überall in der christlichen Welt: „Inspirierte Gottesdienste, lebendige Verkündigungen, wahre Lehre.“ Ein Überraschungsgast aus Frankfurt hatte sich im letzten Moment angekündigt: Subash Chand, Konsul der Republik Indien, der sich freute, dass in der Partnerschaft der beiden Kirchenkreise ein so lebendiger Austausch zwischen Deutschland und Indien zustande gekommen sei.

„Dieser Austausch war auch nicht immer einfach“, erklärte Ludger Arnold, Präses der Kreissynode. „Doch wir haben es in 30 Jahren geschafft, die Partnerschaft immer wieder neu zu beleben.“ Einer, der maßgeblich dazu beigetragen hat, ist Pfarrer Rolf Hocke. Er wurde von Ravikumar Niranjan und Isaac Mathew auf indische Art geehrt, empfing zusammen mit Dekan Dr. Martin Arnold einen Seidenschal und eine Kette aus Kardamon.

Von Kristin Weber

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