Zille-Wirt Michael Stahlhut will unterschlagene 65.000 Euro an Sparer zurückzahlen

Neues Geld für die Zille: Ein Eschweger Gastwirt will in den Betrieb seines Kollegen investieren. Mit dem frischen Geld soll die Zille an der Marktstraße gerettet werden. Foto: Sagawe

Eschwege. 65 000 Euro hat Michael Stahlhut aus dem Guthaben der Sparfachsparer in seiner Kneipe in Eschwege unterschlagen. Jetzt will der Zille-Wirt die veruntreuten Einlagen zurückzahlen. „Ich möchte, dass jeder Sparer sein Geld zurückbekommt“, erklärt der 45-Jährige über seinen Rechtsanwalt Dr. Kevin Faber.

Nach Angaben Fabers haben sich zahlreiche Gläubiger des Kneipenpächters inzwischen darauf verständigt, das Vorhaben zu sponsern. Bei Lieferanten und anderen Geschäftspartnern stehe er mit „einem niedrigen fünfstelligen Betrag“ in der Kreide. Darüber hinaus gibt es einen Investor, der neues Geld in die Zille stecken möchte. Anfang Dezember hatte Michael Stahlhut Selbstanzeige bei der Eschweger Polizei erstattet und damit die Ermittlungen ins Rollen gebracht.

Anschließend hatte sich der Eschweger Gastronom freiwillig in eine achtwöchige stationäre psychiatrische Behandlung begeben. „Mein Mandant leidet an Depressionen“, erklärt Faber. Mitarbeiter hätten die Zille in der Zwischenzeit betrieben. Mittlerweile arbeitet der Wirt wieder in dem Gasthaus an der Marktstraße in Eschwege. Die Behandlung wird ambulant fortgesetzt. „Die Arbeit tut ihm gut“, sagt Rechtsanwalt Faber.

Nach Einschätzung des Juristen geht es „der Zille eigentlich gut“. Es gebe zahlreiche Gäste, im Dezember sei die Gaststätte sehr gut besucht gewesen. „Er will nicht aufgeben, er will kämpfen, er will es schaffen“, beschreibt Dr. Faber die Motivation seines Mandanten. Das wird auch von den Gläubigern des Unternehmers anerkannt. Der Investor sehe ebenfalls ausreichend Potenzial, um Geld in das Gasthaus zu stecken.

Die geschädigten 84 Sparfachbesitzer würden kurzfristig abgefunden, verspricht Faber. Von den insgesamt unterschlagenen rund 65 000 Euro habe Stahlhut bereits gut 13 000 Euro ersetzt. Er gehe davon aus, dass innerhalb von vier Wochen die restlichen Forderungen ausgeglichen würden, so der Jurist.

Die Motive Stahlhuts sind auch dem Anwalt unklar. „Er hat das Geld nicht für ein ausschweifendes Leben verwendet“, sagt Faber, „er hat wohl Lücken stopfen müssen.“ Jetzt gehe es um Wiedergutmachung und die Bereinigung der Angelegenheit. „Ihm ist das alles hoch peinlich.“ Und die strafrechtlichen Konsequenzen? Faber hofft auf eine milde Strafe für seinen Mandanten, der strafrechtlich nicht vorbelastet sei. „Gefängnis wäre ganz dumm“, sagt er.

Von Harald Sagawe

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