Glücksspielsucht im Werra-Meißner-Kreis bekämpfen

Werra-Meißner. Hessenweit gibt es etwa 24 000 Menschen mit problematischem Glücksspielverhalten, 13 000 sind glücksspielabhängig. Laut Anna Niebeling von der Fachstelle Glücksspielsucht des Diakonischen Werkes Werra-Meißner sind auch hier viele Menschen betroffen, genaue Zahlen für den Landkreis gibt es nicht.

„Die Dunkelziffer ist hoch“, so Niebeling. Denn wenige Menschen mit einem Glücksspielproblem erkennen ihre Abhängigkeit oder wollen sich Hilfe holen.

Das wird deutlich, wenn man die Zahlen mit den hessenweiten Beratungskontakten vergleicht: Im Jahr 2017 wurden 1566 Personen aufgrund einer Glücksspielproblematik beraten. So steht es im Jahresbericht der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen (HLS). Die Zahl der Klienten bei hessischen Fachberatungen sei ab 2008 kontinuierlich gestiegen und habe sich ab 2011 auf einem hohen Niveau stabilisiert.

„Eine Spielersperre ist der erste Schritt in Richtung Glücksspielfreiheit“, sagt Niebeling. Deshalb gibt es in Hessen seit 2014 das Sperrsystem Oasis (Onlineabfrage Spielerstatus). Mittlerweile haben sich laut Sozialministerium 16 300 Spieler in Hessen sperren lassen. Die Sperre werde häufig nach dem ersten Beratungsgespräch vom Spieler selbst vorgenommen, so die Fachstelle in Eschwege.

Dem Betroffenen wird der Gang in die Spielhalle damit erschwert, berichtet Niebeling. Oft werde allerdings auf das Angebot online ausgewichen oder bewusst eine der grenznahen Spielhallen in Thüringen oder Niedersachsen angesteuert. „Manche weichen auch auf Automaten in Kneipen und an Raststätten aus“, so Niebeling.

Derzeit werden im Kreis 20 Spielhallen in 17 Gebäudekomplexen betrieben, sagt Landkreissprecher Jörg Klinge. Vor einer Gesetzesänderung des Hessischen Spielhallengesetzes im vergangenen Jahr waren es noch 35 Spielhallen in 24 Gebäuden. (lth)

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