Die beiden ausgesetzten Pferde leben jetzt auf Gnadenhof - Brief des Besitzers gefunden

Gnadenbrot auf Gnadenhof

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Andreas Koch führt den Hengst vom Hänger auf die Koppel. Das Tier ist unruhig und misstrauisch. Seine Frau Suzette holt unterdessen die braune Stute. Am Koppelzaun warten schon neugierig Ponys und zwei Ziegen auf den Familienzuwachs.

Eschwege/Mörshausen. Die beiden Pferde, die in der vergangenen Woche vor dem Eschweger Tierheim ausgesetzt wurden, haben vorläufig ein neues Zuhause gefunden.

Familie Koch aus Möhrshausen kümemrt sich nun um die ausgesetzten Pferde.

Suzette und Andreas Koch aus Mörshausen im Schwalm-Eder-Kreis haben die beiden Tiere am Dienstag in Eschwege abgeholt und auf ihren Gnadenhof gebracht. Die Familie mit vier Kindern gehörte zu den Ersten, die dem Tierheim ihre Hilfe angeboten hatten. Bereits letzten Mittwoch hatten sie sich die ausgesetzten Tiere angesehen und sich dann entschieden, sie in Pflege zu nehmen.

Inzwischen ist am Zaun des Tierheimes auch ein Zettel gefunden worden, auf dem offenbar der Besitzer der Tiere um Entschuldigung bittet, aber die Pferdesteuer könne er nicht bezahlen. Darunter steht: „Bitte passt gut auf meine Pferdchen auf.“ Das will die Familie auch tun. „Wir werden die beiden jetzt erstmal aufpäppeln und dann weitersehen“, sagt Suzette Koch.

Nach der knapp einstündigen Reise im Pferdehänger stürmten die Pferde zunächst wild über die Koppel. Das männliche Pferd, bei dem noch unklar ist, ob es sich um einen Wallach oder einen Hengst handelt, bewachte seine Gefährtin streng und zeigt eigentlich typisches „Hengstverhalten“, so Suzette Koch.

Bilder vom Gnadenhof

Gnadenbrot auf Gnadenhof

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Auch beim Heuhaufen zeigte der weiße Hengst sich seinen neuen Gefährten, drei Ponys und zwei Ziegen, gegenüber erstmal von seiner schlechten Seite und schlug wild aus. „Die Pferde sind sehr unterfüttert und verstört“, sagt Suzette Koch. Sie bräuchten jetzt erst mal Zeit, sich zu beruhigen und anzukommen.

Die Familie, die schon viele Pferde aufgenommen hat und ihnen ihr Gnadenbrot gibt, engagiert sich in einem Pferdeschutzverein, hat die Tiere aber vor allem auch für ihren Nachwuchs. „Wir wollen, dass unsere Kinder mit Pferden großwerden. Dann machen sie später vor der Welt nicht die Augen zu“, sagt Vater Andreas Koch.

Die Familie bittet den Besitzer dennoch, sich zu melden, und sichert ihm absolute Vertraulichkeit zu. Zum einen würde die neue Pflegefamilie gern einiges zu Hintergrund und der Geschichte der beiden Tiere wissen. Zum anderen würde es ihr 200 Euro Kosten ersparen, wenn sie die Papiere der Tiere hätte. Diese könne der Besitzer auch anonym bei ihnen oder im Tierheim abgeben. Sie bittet den Eigentümer der Tiere, sich unter folgender Nummer bei Familie Koch zu melden: 0176/ 92 30 36 23.

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