Goldschürfen in Alaska mit Hydraulikzylindern aus Eschwege

Hydraulikzylinder aus Eschwege für den Weltmarkt: Konstruktionsleiter Alexander Pik (links) und Qualitätskontrolleur Dirk Brumme testen den Zylinder auf dem Prüfstand. Foto: Sagawe

Eschwege. Hydraulikzylinder von Pacoma sind für den Goldabbau in Alaska unverzichtbar, und auf der Autobahn-44-Baustelle zwischen Kassel und Eisenach sind die meisten Radlader und Muldenkipper mit eben diesen Bauteilen aus Eschwege unterwegs.

Zwischen 800 und 1000 Hydraulikzylinder verlassen das Werk in der nordhessischen Kreisstadt jeden Tag.

„Die Qualität des Produktes ist das, was uns für unsere Kunden interessant macht“, beschreibt Vertriebsingenieur Carsten Heckmann den Anspruch von Baumaschinenherstellern weltweit. 180 Mitarbeiter in Eschwege und konzernweit 275 Beschäftigte produzieren und vertreiben an den drei Standorten in Nordhessen, in Pennsylvania (USA) sowie im chinesischen Fenghua für den Weltmarkt. „Gemeinsam mit dem Kunden entwickeln wir maßgeschneiderte Komponenten“, sagt Stefan Leimbach, Leiter des Eschweger Werks, über die Pacoma-Philosophie.

Allein 20 Mitarbeiter kümmern sich in der Entwicklungsabteilung um neue Produkte, um die Modifizierung bewährter Komponenten und die Umsetzung von Ingenieurlösungen gemeinsam mit den Kunden weltweit. „Eschwege ist die Know-how-Zentrale für die gesamte Gruppe“, beschreibt Personalchef Helmut Stoeber den Anspruch.

Das Konzept geht auf. Pacoma zählt Unternehmen von Weltruf zu den Abnehmern seiner Produkte: Volvo, Liebherr, Caterpillar, Atlas. Allein in diesem Jahr wird der Umsatz im Vergleich zu 2016 um zehn Millionen Euro steigen. Seit der Übernahme durch Phil Liao, US-Amerikaner mit chinesischen Wurzeln, vor acht Jahren werden zweistellige Zuwachsraten pro Jahr notiert. 48 Millionen Euro Umsatz erwartet das Unternehmen 2017. Leimbach: „Wir haben eine stabile Basis in Eschwege, aber das Ziel, als globaler Partner für unsere Kunden aufzutreten.“

In der Fertigung werden in unterschiedlichen Zerspanungsverfahren die Zylinder-Komponenten hergestellt. Schweißverfahren, Montage und Lackierung zählen ebenfalls zur Produktion in Eschwege. Zum Teil wird in drei Schichten gearbeitet. Pacoma sucht dringend Mitarbeiter: Maschinenbauingenieure und Metallfacharbeiter in erster Linie. „Leute mit der entsprechenden Qualifikation zu finden und für Eschwege zu gewinnen ist schwierig“, sagt Personalchef Helmut Stoeber.

Und die Ziele für die nächsten Jahre? „Die liegen ganz klar in den USA“, gibt Vertriebschef Heckmann die Marschrichtung vor. „Auf dem nordamerikanischen Markt ist noch ganz viel Potenzial.“ Der US-Umsatz lag im vergangenen Jahr bei 5,5 Millionen Euro. „Da müssen wir stärker werden“, fordert Heckmann, der gerade von Verkaufsgesprächen aus den USA zurückgekehrt ist.

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